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Die Seebestattung

Die Seebestattung

Schon immer war es den Menschen ein Bedürfnis, auf die Würde der Bestattung zu achten. Je nach Kultur und Religion fallen die Bestattungsriten unterschiedlich aus. Die Seebestattung gehört zu den ältesten Varianten, da zu Urzeiten das Werkzeug für Feuer oder um Gräber auszuheben noch nicht vorhanden waren. So kam es entweder zur Luftbestattung, wobei die Leichname den Tieren ausgesetzt wurden, oder zur Seebestattung, indem Verstorbene den Flüssen und offenen Meeren übergeben wurden. Auch seefahrende Völker, wie Wikinger, haben die Seebestattung durchgeführt und somit die Toten der gewohnten Umwelt übergeben.

Um eine Seebestattung in der heutigen Zeit durchführen zu dürfen, ist es notwendig, dass der Verstorbene eine entsprechende Willenserklärung abgibt, in der er bekundet, dass er aus welchen Gründen auch immer eine Seebestattung wünscht, oder engste Verwandte, die es glaubhaft machen, dass dies der Letzte Wille des Verstorbenen war. Aus allen Schichten der Bevölkerung, aus den unterschiedlichsten Kulturen und aus verschiedenen Gründen wird der Wunsch einer Seebestattung häufig geäußert.

Ob es dabei um die Hoffnung geht, verschollene, gefallene und im Ausland gestorbene Ehemänner nach dem Ableben wieder zu finden, oder um das Bedürfnis, einem geliebten Menschen auf diese Weise näher zu kommen, oder auch die Letzte Ruhe durch die Wogen der Wellen zu finden und dabei immer in Bewegung zu sein, eine Seebestattung kann viele nachvollziehbare Gründe mit sich bringen.

Seeurne fuer Seebestattung Noch aus Zeiten, als Beton-Urnen zur Seebestattung genutzt wurden, besteht die Vorschrift, dass eine Urne nur außerhalb der 3 Meilen Zone vor der Bundesrepublik Deutschland abgesenkt werden darf und nur in Gewässern, in denen keine Fischerei stattfindet. Bei einer heutigen Seebestattung kommt allerdings keine Beton-Urne zum Einsatz, sondern Seeurnen/ Aschenamphoren, die aus Materialien bestehen, welche sich nach gewisser Zeit auflösen.

Dadurch wird die Asche dem Meer in vollem Ausmaß übergeben. Häufig findet eine Seebestattung ohne die Angehörigen statt, aber das Erlebnis hinterlässt einen tiefen Eindruck. Während der Kapitän die Position ansteuert, ist nach kurzer Zeit nichts weiter zu hören, als das Klatschen der Wellen, womöglich einer Möwe und das Sausen des Windes.

Ausführung der Seebestattung

In unendlicher Ruhe und mit dem Geruch des Wassers in der Nase, findet die Seebestattung nach altem Seemannsbrauch mit dem Anschlagen der Schiffsglocke statt, während die Seeurne schließlich zu Wasser gelassen wird. Eigentlich ist es unüblich, eine religiöse und christliche Seebestattung durchzuführen, allerdings wird dies auf Wunsch genauso organisiert.

Auch findet die Dekoration durch Blumen bei einer Seebestattung statt, nur dass diese eben auf offener See treiben, statt auf einem Grab liegen. Im Anschluss der Seebestattung dreht das Schiff eine Runde um die Position und gibt wieder Signaltöne von sich, die der Verabschiedung dient.

Auch die instrumentale Begleitung ist auf dem Schiff möglich, indem eine CD auf Wunsch abgespielt wird. Wie bei jeder anderen Bestattung, wird auch bei der Seebestattung darauf geachtet, welche Wünsche die Angehörigen und die Verstorbenen äußern, schließlich dient auch eine Seebestattung dem Abschied, von einem geliebten Menschen. Das weite Meer auszuwählen, um die ewige Ruhe einem Angehörigen zu gestatten, ist sicher eine besondere und eindrucksvolle Variante der Bestattungen. Außerdem hat eine Seebestattung im Laufe der Jahre bereits an Tradition gewonnen.

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