Home / Bestattungsgesetze / Urne mit nach Hause nehmen

Urne mit nach Hause nehmen

Urne mit nach Hause nehmen

In der Bundesrepublik Deutschland gilt in allen Bundesländern die Pflicht zur Beisetzung.

Dass man einen Sarg mit einem Verstorbenen nicht zu Hause aufstellt, versteht sich aus verschiedenen Gründen von selbst. In den heutigen Zeiten aber, wo Urnenbestattungen weitaus häufiger vorkommen als konventionelle Sargbestattungen, werden die Rufe nach einer Aussetzung der Friedhofspflicht immer lauter.

Mehrheit lehnt Friedhofszwang für Urnen in Deutschland ab

Bereits 2010 wurde in einer repräsentativen Umfrage zum Thema „Friedhofszwang für Urnen in Deutschland“ festgestellt, das 58 Prozent der über 1000 Befragten, sich gegen den Friedhofszwang für Urnen aussprachen. Diese Mehrheit fordert eine Lockerung des bestehenden Feuerbestattungsgesetzes und würde die Urne mit den Ascheresten ihrer Verstorbenen Angehörigen lieber mit nach Hause nehmen oder im eigenen Garten bestatten.

In der kürzeren Vergangenheit kam es immer wieder zu Prozessen, in denen deutsche Gerichte über Sondergenehmigungen zur Beisetzung einer Urne zu Hause entschieden mussten. Zum Beispiel scheiterte ein 75- jähriger Mann vor dem Verwaltungsgericht Trier mit seiner Klage nach dem Wunsch einer Urnenbestattung im heimischen Garten. Der Rentner wollte unter einer alten Buche auf seinem privaten Grundstück bestattet werden.

Die zuständigen Richter beriefen sich in ihrer Klageabweisung auf das in Deutschland bestehende zentrale Bestattungsgesetz aus dem Jahre 1934. Dieses Gesetz besagt, das es in Deutschland grundsätzlich einen Friedhofszwang gibt, der nur in Ausnahmefällen umgangen werden darf. Der bloße Wunsch, im eigenen Garten bestattet zu werden, reiche für eine Ausnahmegenehmigung aber nicht aus.

Wer die Urne mit nach Hause nimmt, begeht eine Ordnungswidrigkeit

Wer also die Urne zu Hause oder auf dem eigenen Grundstück aufbewahren möchte, muss da schon einige juristische Kreativität sowie Courage aufbringen. In Deutschland gibt es einige Bestatter, die mit einer Umgehung des Friedhofszwanges werben. Aufgrund liberalerer Bestattungsgesetze gibt es Möglichkeiten in Nachbarstaaten wie der Schweiz, Niederlande oder Spanien, nach der Kremierung sich die Asche des Verstorbenen aushändigen zu lassen.

In Deutschland gilt es aber als Ordnungswidrigkeit, die Totenasche und die Urne zu Hause aufzubewahren. Diese Ordnungswidrigkeit kann bei Feststellung mit einer Geldstrafe von bis zu tausend Euro bestraft werden.

Lesen Sie auch:

Ein Todesfall ist mit einigen Formalitäten verbunden

Wenn ein Angehöriger verstirbt, muss der Hinterbliebene erst einmal seine Trauer zurückstecken. Denn es liegen …