Jüdische Bestattung

Seit dem Zweiten Weltkrieg finden in Deutschland nur noch sehr wenige jüdische Bestattungen statt. Vor circa 100 Jahren war die Anzahl an jüdischen Bestattungen hierzu Lande allerdings viel höher. In der jüdischen Religion glaubt man nicht an die Wiedergeburt, daher wird um den Verstorbenen würdig getrauert.

Jüdische Bestattungsrituale

Im Judentum fangen die Bestattungsrituale schon vor dem Tot statt. Denn schon bevor der Sterbende verstirbt wird für ihn gebetet. Die Gebete sollen zum Sündenbekenntnis dienen und den sterbenden auf den Tod vorbereiten. Direkt nachdem der Tod eingetroffen ist, zerreißen Verwandte Kleidungsstücke. Dieses Rituale ist auf die Geschichte des Jakobs zurückzuführen. In der biblischen Geschichte dachte Jakob, dass sein Sohn gestorben sei, er riss sich vor lauter Schmerz die Kleidung vom Leib. Danach folgen weitere Gebete im Verwandtenkreis. Anschließend wird der Tote gewaschen und in ein Leinentuch gewickelt. Die Beisetzung ist nach jüdischem Brauch schnell zu vollziehen. Sie soll noch am selben Tag stattfinden, von dieser Regelung darf nur abgesehen werden, wenn der Angehörige an einen jüdischen Feiertag verstirbt.

Die Beisetzung und die Trauer

Sie beginnt mit einer Trauerrede, welche von einem Vorsänger “dem Kontor” begleitet wird. Nachdem der Sarg ins Grab hinab gelassen wurde, können die Hinterbliebenen den Sarg mit Erde beschütten. Hierbei schüttet jeder Angehörige drei Schaufeln Erde in das Grab des Verstorbenen. Dem Grab kann zudem auch ein Beutel mit Erde aus Israel beigelegt werden. Dies soll die Heimat sowie das heilige Land symbolisieren. Jüdische Bestattungen werden von einer Bestattungsbruderschaft vorgenommen. Diese übernimmt alle Tätigkeiten die üblicherweise von einem Bestatter übernommen wird. Das Trauern um den Verstorbenen hat im Judentum einen großen Stellenwert. Das Abschiednehmen erstreckt sich über mehrere Jahre eingeteilt in mehreren Stufen. So beginnt nach der Beisetzung eine siebentägige Trauerzeit, in dem der Angehörige nicht arbeiten darf und zuhause bleiben soll. Dann folgt der Trauermonat, dem sich ein Trauerjahr anschließt. In dieser Zeit werden täglich Gebete zu Ehren des Verstorbenen gesprochen. Das Arbeiten ist in dieser Zeit wieder erlaubt.

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