Bestattung in Ägypten und Spanien

Überall auf dieser Welt finden Bestattungen statt. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich, das wohl kaum eine Form der Bestattung gibt, welche nicht schon einmal irgendwann und irgendwo verwendet wurde. So wirken für Westeuropäer bestimmte Praktiken skurril, die andere Kulturkreise als völlig normal empfinden. Jede Gesellschaft hat ihren ganz eigenen Totenkult.

Bestattung in Ägypten und Spanien [Bildinhalt mit KI erstellt]
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Bestattungen in Ägypten

In Ägypten spielt der Koran eine entscheidende Rolle für die Bestattung. So wird für den Sterbenden gebetet und ein Teil aus dem Koran vorgetragen. Interessant ist in Ägypten vor allem der Ablauf der Beerdigung. Zuerst wird der Tod durch einen Arzt festgestellt und ein Totenschein angefertigt. Daraufhin folgen eine Körperwaschung und die Hüllung in ein weißes Tuch.

Beide Vorgänge werden von Koransuren begleitet. Mithilfe einer Bahre wird der Verstorbene anschließend in eine ortsansässige Moschee gebracht. Die Angehörigen nehmen ein Totengebet vor. Grundlegend ist es in Ägypten, dass die Bestattung innerhalb von 24 Stunden durchgeführt werden muss. Die Beilegung erfolgt mit dem Gesicht in Richtung Mekka und ohne Sarg. Das Totengebet wird in der Moschee verlesen und der Tote erst dann in sein Grab gebracht. Eine Grabzeremonie und eine Kleiderordnung existieren nicht.

Religiöse Vielfalt und regionale Unterschiede in Ägypten

Der dargestellte Ablauf beschreibt vor allem eine islamische Bestattungspraxis, die in Ägypten sehr verbreitet ist. Dennoch sollte der Text nicht den Eindruck erwecken, alle Menschen im Land würden identisch bestattet. Ägypten hat auch eine große koptisch-christliche Gemeinschaft, deren Trauerfeiern und Beisetzungen anderen religiösen Regeln folgen können. Selbst innerhalb islamischer Familien können sich Details je nach Region, Familie, Moschee und Friedhof unterscheiden. Eine Bestattung erfolgt im islamischen Glauben möglichst zeitnah, oft noch am Todestag oder am Folgetag. Die Formulierung, sie müsse grundsätzlich innerhalb von 24 Stunden stattfinden, ist daher zu pauschal, denn medizinische, behördliche oder forensische Untersuchungen können den Ablauf verzögern.

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Ablauf nach einem Todesfall in Ägypten

Steht ein Todesfall fest, sind zunächst die medizinische Todesfeststellung und die erforderlichen Dokumente wichtig. Bei einem nicht natürlichen oder ungeklärten Tod können Polizei, Staatsanwaltschaft oder Gerichtsmedizin eingeschaltet werden. Erst nach deren Freigabe darf die Bestattung organisiert werden. Bei einer muslimischen Beisetzung wird der Körper in der Regel rituell gewaschen und anschließend in schlichte, meist weiße Tücher gehüllt. Diese Waschung übernehmen üblicherweise Personen desselben Geschlechts, häufig Angehörige oder speziell dafür erfahrene Gemeindemitglieder. Das Totengebet kann in einer Moschee, auf einem Friedhof oder an einem dafür vorgesehenen Ort stattfinden; dies ist nicht in jedem Fall gleich.

Grab, Sarg und Trauerkultur in Ägypten

Muslimische Verstorbene werden traditionell mit Ausrichtung nach Mekka beigesetzt. Eine Beisetzung ohne Sarg ist in vielen islamisch geprägten Ländern üblich, kann aber von örtlichen Friedhofs- und Gesundheitsvorschriften abhängen. Angehörige und Freunde begleiten den Verstorbenen häufig zum Friedhof und sprechen dort Gebete. Eine formale, landesweit einheitliche Kleiderordnung gibt es zwar nicht, zurückhaltende und respektvolle Kleidung ist jedoch üblich. Auch der Umfang der Trauerfeier ist keineswegs überall gleich: Manche Familien halten die Zeremonie klein, andere empfangen über mehrere Tage Besucher zum Beileid. Für Reisende oder im Ausland lebende Angehörige empfiehlt es sich, einen örtlichen Bestatter, die Botschaft oder das Konsulat einzubeziehen.

Bestattungen in Spanien

In Spanien kann wie in Deutschland auch das Bestattungsinstitut frei gewählt werden. Deshalb heißt es sich zu informieren und Vergleiche einzuholen. Handelt es sich um einen Tod mit natürlicher Ursache, so stellt der Arzt den Totenschein aus und der Bestatter sorgt für den Transport in das Tanatorio. Handelt es sich um einen Unfalltod, so muss der Abtransport erst von einem Gerichtsarzt und dem Richter genehmigt werden.

Sehr beliebt und auch erlaubt sind in Spanien Seebestattungen. Ideal ist diese Bestattungsform für alle Menschen mit einer außergewöhnlich tiefen Naturverbundenheit. Spanien bietet zudem eine sogenannte Diamantbestattung. Bei dieser Form der Bestattung wird die Asche des Toten zu einem Diamanten gepresst.

Bestattungen in Spanien: Zuständigkeiten richtig einordnen

In Spanien sind Bestattungsabläufe nicht in allen Regionen völlig einheitlich geregelt. Die Autonomen Gemeinschaften und Gemeinden haben bei Fragen der Leichen- und Friedhofshygiene eigene Vorschriften und Zuständigkeiten. Deshalb können Fristen, Genehmigungen und Anforderungen an Überführungen regional abweichen. Nach einem natürlichen Tod stellt ein Arzt in der Regel die medizinische Todesbescheinigung aus; anschließend werden die Eintragung des Todesfalls und die weiteren Schritte für Beisetzung oder Einäscherung veranlasst. Bei einem gewaltsamen, unklaren oder möglicherweise strafrechtlich relevanten Tod darf der Leichnam nicht ohne Freigabe der zuständigen Justizbehörden überführt oder bestattet werden. Ein Tanatorio ist dabei meist ein Bestattungshaus mit Räumen für Aufbahrung und Abschiednahme, nicht zwingend der einzige mögliche Ort für die Verabschiedung.

Bestatterwahl, Kosten und Rechte von Angehörigen

Angehörige sollten auch in Spanien Angebote sorgfältig vergleichen und sich die einzelnen Leistungen schriftlich aufschlüsseln lassen. Dazu zählen etwa Überführung, hygienische Versorgung, Aufbahrung, Sarg oder Urne, Trauerfeier, Friedhofsgebühren und Verwaltungsleistungen. Besonders bei einem Todesfall im Urlaub ist es sinnvoll, früh die Reiseversicherung, den Reiseveranstalter und die deutsche Auslandsvertretung zu kontaktieren. Muss ein Verstorbener nach Deutschland überführt werden, sind zusätzliche Gesundheits- und Transportvorgaben sowie mehrere Dokumente erforderlich. Das spanische Gesundheitsministerium nennt hierfür unter anderem Sterbeurkunde, medizinische Unterlagen, gegebenenfalls eine gerichtliche Genehmigung und Transportdokumente. Für die Überführung von Asche gelten in der Regel weniger gesundheitliche Anforderungen, dennoch sollten Airline, Bestatter und Zielland vorab kontaktiert werden. Spanisches Gesundheitsministerium

Feuer-, See- und Diamantbestattungen in Spanien

Die Einäscherung ist in Spanien eine verbreitete Alternative zur Erdbestattung. Was anschließend mit der Asche geschehen darf, hängt jedoch von regionalen Vorschriften, den Regeln der Gemeinden und dem konkreten Ort ab. Eine Seebestattung bedeutet nicht, dass eine Urne oder Asche ohne Weiteres an jedem Küstenabschnitt ins Meer gegeben werden darf. Dafür können Genehmigungen sowie spezielle wasserlösliche Urnen oder zugelassene Verfahren notwendig sein. Familien sollten daher ausschließlich mit einem zugelassenen Bestattungsunternehmen oder den zuständigen Hafen- und Umweltbehörden planen. Eine Diamantbestattung ist zudem keine eigenständige staatliche Bestattungsform, sondern eine kommerzielle Dienstleistung: Ein Teil der Asche wird in einem technischen Verfahren zu einem Erinnerungsdiamanten verarbeitet, während für die übrige Asche eine rechtlich zulässige Lösung benötigt wird.

Praktische Hilfe bei einem Todesfall im Ausland

Ein Todesfall im Ausland ist für Angehörige nicht nur emotional, sondern auch organisatorisch belastend. Wichtig ist, zunächst ärztliche Hilfe oder die örtlichen Notrufnummern zu verständigen und die Todesbescheinigung ausstellen zu lassen. Danach können ein lokaler Bestatter, die Reiseversicherung und das deutsche Konsulat oder die Botschaft bei den nächsten Schritten unterstützen. Angehörige sollten keine umfangreichen Verträge unterschreiben, bevor Leistungen, Preise und mögliche Versicherungsleistungen verständlich erklärt wurden. Hilfreich ist es, alle Dokumente, Namen von Ansprechpartnern und vereinbarten Kosten schriftlich festzuhalten. Bei Überführungen nach Deutschland ist eine spezialisierte internationale Bestattungshilfe oft sinnvoll, weil sie Formalitäten, Übersetzungen und Transport koordinieren kann.

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