Einbalsamierung – Kurzzeitige Konservierung eines Leichnams

Bei den meisten Sterbefällen ist es heute unnötig eine Einbalsamierung vorzunehmen. Wobei die moderne Einbalsamierung ihre Wurzeln in den USA findet. Aber nicht alle Bestatter dürfen eine Einbalsamierung vornehmen. Nur wer entsprechende Lehrgänge besucht und sich in diesem Bereich fortgebildet hat, darf dieses Verfahren praktizieren. Hierzulande kommt es recht selten vor, dass ein Leichnam einbalsamiert wird. Gilt es, beispielsweise, einen Verstorbenen ins Ausland zu überführen, bei denen eine solche Vorgehensweise rechtlich vorgeschrieben ist, nehmen Bestatter eine Einbalsamierung vor.

Welchen Sinn macht eine Einbalsamierung?

Früher standen religiöse, wie kultische Gründe im Vordergrund. Die Menschen glaubten, dass es nötig ist, dass ein Verstorbener möglichst intakt sein muss, wenn er sich auf die lange Reise ins Jenseits begibt. Heutzutage haben Einbalsamierungen eher einen praktischen Sinn. Es gilt den Prozess der Verwesung so gut wie möglich aufzuhalten bzw. diesen extrem zu verlangsamen. Internationale Bestimmungen können es, zum Beispiel, nötig machen, dass Verstorbene einbalsamiert werden müssen, wenn der Tote ins Ausland überführt werden soll.

In den USA sieht es hingegen ganz anders aus. Zahlreiche Bestatter erwecken hier den Eindruck, dass Verstorbene nur aufgebahrt werden können, wenn diese zuvor einbalsamiert wurden. So wird den Hinterbliebenen hier oftmals mitgeteilt, dass eine solche Vorbehandlung bei einer Aufbahrung zwingend erforderlich ist. Alternativ bieten diese Bestatter dann meist nur noch die sofortige Einäscherung des Leichnams an.

Einbalsamierung in Deutschland

Hierzulande ist dies hingegen anders. Zum einen herrschen in Deutschland andere klimatische Verhältnisse. Zum anderen hat sich hier die Bestattungskultur anders entwickelt. Während man in den USA viel Wert darauf legt, dass der Tote bei der Aufbahrung im Sarg, wie zu seiner besten Zeit aussieht, nimmt man es hierzulande hin, dass Verstorbene einfach tot aussehen. Die so typischen Zeichen des Todes und die damit verbundenen Veränderungen gehören hierzulande einfach dazu, weshalb Einbalsamierungen hier nicht an der Tagesordnung stehen.

Darf ein jeder Bestatter eine Einbalsamierung vornehmen?

Lediglich wenige Bestatter in Deutschland  besitzen die notwendigen Kenntnisse um eine Einbalsamierung vornehmen zu dürfen. So ist es nötig sich zum einen anatomisches Wissen anzueignen. Zum anderen muss ein solcher Einbalsamierer ein umfangreiches Fachwisse  der nötigen Techniken der Einbalsamierung, sowie der benötigten Chemikalien mitbringen. Aus diesem Grund, werden hier die meisten Einbalsamierungen von Medizinern oder entsprechenden Fachinstituten vorgenommen.

Wie erfolgt eine Einbalsamierung eines Leichnams?

Hier gibt es verschiedene Techniken. So wird der Leichnam zuerst einmal auf einen Behandlungstisch gelegt. Der Experte ist anschließend bemüht, durch Massagen und intensive Bewegung die Totenstarre zu lösen. Dies gilt vor allem für die Extremitäten. Zumal diese Vorgehensweise auch dazu dient, dass Wunden zu säubern, Blutreste zu entfernen und eventuelle Operationsrückstände zu beseitigen. Im nächsten Schritt wird der menschliche Körper dann geöffnet. Geruchbindende, sowie reinigende Lösungen werden auch jetzt eingesetzt.

Jeder kann sich wahrscheinlich jetzt vorstellen, welche Körperöffnungen für dieses Vorhaben verwendet werden. Gleiches gilt für die Körpersäfte, die nach dieser Behandlung aus dem Körper austreten, so dass es sich hierbei um keine angenehme Arbeit handelt. Im Anschluss daran, werden die Körpersäfte dann gegen eine spezielle Einbalsamierungsflüssigkeit ausgetauscht. Dafür wird stets eine sogenannte Einbalsamierungspumpe verwendet. Diese macht es möglich, dass Flüssigkeiten über Nadeln, wie Schläuche ein- und ausgeleitet werden können.

Über die Halsschlagader wird somit dem Körper die Einbalsamierungsflüssigkeit zugeführt. Dann erfolgt die Körperhöhlenbehandlung. Dabei werden der Trocar, sowie eine Saugpumpe zum Einsatz gebracht. So werden mit diesen Instrumenten die Hohlorgane im Bauch entlüftet, sowie von den Flüssigkeiten befreit. Anschließend erfolgt auch hier eine Zufuhr der Einbalsamierungsflüssigkeit.

Zum Schluss werden noch sämtliche Körperöffnungen mit Stopfen verschlossen. Wobei dies noch nicht ganz das Ende einer Einbalsamierung ist, denn in einigen Fällen wird die Einbalsamierungsflüssigkeit zusätzlich unter die Haut des Leichnams gespritzt. Wunde, wie deformierte Stellen, aber auch blaue Flecken werden auf diese Weise behandelt.

Jetzt wendet sich der Bestatter noch dem Kopf des Leichnams zu, denn es gilt den Rachen zu verschließen, indem diesem eine Substanz zugeführt wird, die im Nachhinein aushärtet. Das Verschließen des Mundes erfolgt nicht selten mit einem speziellen Kleber oder mit einer sogenannten Kinnstütze. Sind aller Arbeiten erledigt, wird der Leichnam erneut gründlich gereinigt und für die Aufbahrung hergerichtet.

Fazit: Eine Einbalsamierung wird hierzulande eher selten vorgenommen. Meist erfolgt diese Vorgehensweise, wenn ein Verstorbener ins Ausland überführt werden soll und eine solche dort gesetzlich vorgeschrieben ist. Nicht jeder Bestatter darf außerdem eine Einbalsamierung vornehmen. Dafür bedarf es einer speziellen Fortbildung.

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