Einäscherung – Ablauf und Kosten der Feuerbestattung

Einäscherung eines Mensch: Die Feuerbestattung

In Deutschland war bis vor einigen Jahrzehnten noch die Erdbestattung die am häufigsten gewählte Art der Beerdigung. In den letzten Jahren hat sich hier allerdings das Blatt gewendet und so kommt es hierzulande immer öfter zu Feuerbestattungen.

Was ist eine Feuerbestattung?

Die sogenannte Kremation und die anschließende Beisetzung der Asche des Verstorbenen ist demnach eine Feuerbestattung. Diese Bestattungsart bietet außerdem viele Möglichkeiten an, wenn es um die Beisetzung der Urne geht. Bei einer Erdbestattung hingegen besteht lediglich die Möglichkeit ein Wahlgrab oder ein Einzelgrab zu wählen.

Bei einer Feuerbestattung kann die Urne aber sowohl einem Friedhof, als auch im Wurzelbereich eines Baums oder im Meer bestattet werden. Außerhalb Deutschlands finden sich außerdem noch weitere Möglichkeiten, wie das Verstreuen der Asche in der Luft. Aufgrund des Friedhofszwangs ist dies allerdings hierzulande nicht gestattet.

Kommt es zu einer anonymen Feuerbestattung wird in diesem Fall auf einen Grabstein verzichtet. Außerdem dürfen Angehörige bei einer solchen anonymen Beerdigung in der Regel nicht zugegen sein. Des Weiteren gibt es auch noch halbanonyme Feuerbestattungen. Hier dürfen die Angehörigen bei der Beerdigung anwesend sein und wissen somit, wo sich die Überreste des Verstorbenen befinden. Auch diese Grabstätte wird allerdings nicht gekennzeichnet.

Ablauf Einäscherung: Was geschieht mit dem Verstorbenen im Krematorium?

Angehörige müssen im Vorfeld bestätigen können, dass die Einäscherung der ausdrückliche Wille des Verstorbenen war. Um sämtliche Zweifel aus dem Weg zu räumen, empfiehlt es sich zu Lebzeiten eine Bestattungsverfügung oder auch Kremationsverfügung zu verfassen. In dieser sollte dann geschrieben stehen, dass es der Wunsch ist eingeäschert zu werden. Für diese Verfügung braucht es keinen Notar. Es reicht aus, dass dieses Schriftstück vom Verfasser unterschrieben ist. Zudem gilt es diese Verfügung an einem Ort aufzubewahren, wo diese schnell gefunden werden kann.

Vor jeder Kremation muss es außerdem zu einer zweiten Leichenschau kommen. Diese dient dazu, zu überprüfen ob der Verstorbene eines natürlichen Todes gestorben ist. Innerhalb von zwei Tagen erfolgt diese Leichenschau im Krematorium. Zusätzlich dient diese Maßnahme der zweifelsfreien Identifizierung des Toten. Je nachdem, welches Krematorium die Einäscherung des Verstorbenen vornimmt, werden hier außerdem medizinische Hilfsmittel, wie zum Beispiel, Herzschrittmacher vorab entfernt. Dies dient dazu den Einäscherungsprozess nicht zu gefährden.

Einäscherung: Dauer bis zur Beerdigung?

Da der Verstorbene vor der Bestattung im Krematorium eingeäschert wird, unterscheidet sich der Ablauf einer Erdbestattung von einer Feuerbestattung. Die Zeitspanne zwischen dem Todesfall und der Beisetzung ist aufgrund der Einäscherung demnach etwas länger. So wird der Verstorbene erst einmal ins nächstgelegene Krematorium überführt. Hier erfolgt dann innerhalb der ersten zwei Tage eine zweite Leichenschau. Zwischen einer und zwei Wochen dauert es demnach bis die Beisetzung einer Urne stattfinden kann.

Außerdem können die Angehörigen entscheiden, ob sie eine Trauerfeier vor der Einäscherung am Sarg oder aber an der Urne vornehmen lassen möchten. Einige Familien halten somit eine Trauerfeier am Sarg mit Verwandten, Freunden, wie Bekannten ab und setzen dann die Urne nur noch im engsten Familienkreis bei.

Einäscherung: Was bleibt übrig?

Die Dauer der Einäscherung beträgt meist etwa 90 Minuten. So kommt es hier auf das Körpergewicht des Verstorbenen an. Das Einäschern des Toten beginnt demnach bei einer Temperatur von rund 900 Grad Celsius. Diese wird anschließend auf 1200 Grad Celsius erhöht. Auf diese Weise werden sämtliche brennbaren Materialien eingeäschert. Bevor es allerdings zur Einäscherung des Verstorbenen kommt, wird diesem noch ein Schamottestein mit in den Sarg gelegt. Auf diesem findet sich eine Einäscherungsummer, die Daten des Toten, Todestag, Einäscherungstag und der Name des Krematoriums.

Während der Feuerbestattung wird der Stein nicht zerstört, denn dieser besteht aus einem hitzebeständigen Material. In einer sogenannten Einäscherungskammer findet dann die Kremierung des Leichnams statt. Es wird immer nur ein Sarg verbrannt. Somit ist es ausgeschlossen, dass sich die Asche mehrerer Verstorbener vermischen kann. Nach der rund eineinhalbstündigen Einäscherung wird die Asche des Toten zusammen mit dem Schamottestein in eine sogenannte Aschekapsel gegeben. Diese wird luftdicht verschlossen.

In der Kapsel befindet sich jetzt nun mehr nur ein kleiner Teil der ursprünglichen Körpermasse. Metallische Überreste, wie orthopädischer Stahl werden außerdem gefiltert. In der Regel spendet der Bestatter dies einem uneigennützigen Zweck. Zahngold hingegen wird mit in die Urne gegeben. Übrig bleibt nach der Einäscherung des Verstorbenen meist nur Knochen. Diese sind häufig porös, wenn Sie aus dem Muffelofen kommen. Dennoch zerfallen diese oftmals nicht gänzlich zu Staub. Aus diesem Grund werden die Knochen häufig noch einmal in einer Knochenmühle fein gemahlen, bevor auch diese in die Aschekapsel gegeben werden.

In dem Augenblick, in dem die Kapsel versiegelt wird, beginnt ganz offiziell die Totenruhe. Die prächtigen Urnen, welche man von Beisetzungen kennt, sind hingegen die Übertöpfe für die Aschekapseln. Im Anschluss daran wird diese Kapsel so lange im Krematorium aufbewahrt bis ein Friedhof oder eine Reederei einen Urnenanforderungsschein ausfüllt. Ist dieser Schein erstellt, wird die Urne mit den Überresten des Verstorbenen zum entsprechenden Ort versendet und kann demnach beigesetzt werden.

Einäscherung: Gewicht der Asche

Ein Krematorium soll eigentlich kein geheimnisvoller Ort sein. Viele Geschäftsführer einer solchen Einrichtung legen darauf inzwischen großen Wert. So gibt es heute einige Krematorien die Gäste empfangen. Viele möchten wissen, was in diesen vier Wänden vor sich geht und so mancher ist überrascht, wenn er erfährt, dass am Ende von einem ganzen Menschenleben lediglich zwischen zwei und vier Kilogramm feiner, grauer Staub übrig bleiben. Der Rest eines Lebens passt somit in eine eher kleine Aschekapsel.

Einäscherung ohne Sarg: Ist das möglich?

Der Sarg ist bekanntlich mit das teuerste an einer Bestattung. Dies ist aber nur deshalb so, weil über den Sargverkauf sonstige, notwendige Kosten mitfinanziert werden. In der Anschaffung hingegen macht dieser eher einen niedrigen bis mittleren Posten aus. Für eine Feuerbestattung werden außerdem stets Särge verwendet, die dafür konzipiert sind. Das heißt, die preiswerteren Feuersärge besitzen keine bestimmte Festigkeit.

Jeder Verstorbene, der einem Krematorium zugeführt wird, tut dies in einem Sarg, welcher dann auch mitverbrannt wird. Der Aufwand wäre viel zu groß, wenn der Tote erst noch aus dem Sarg genommen wird, dann auf eine Trage gelegt werden muss und anschließend der Sarg neu aufbereitet werden muss. Hinzu kommt, dass eine Einäscherung besser mit einem Sarg funktioniert. Die meisten Krematorien sind darauf ausgelegt, dass eine Kremierung stets nur mit Sarg vorgenommen wird. Einige Betreiber sagen sogar, dass die Einäscherung ohne das Sargholz gar nicht möglich wäre.

Demnach erfolgt in Deutschland keine Einäscherung ohne Sarg. Außerdem bekommt ein jeder Verstorbene einen neuen Sarg zu Verfügung gestellt.

Einäscherung Kosten: Wie teuer ist eine Feuerbestattung?

Je nach Region und Bestatter können die Kosten einer Einäscherung variieren. Demnach macht es Sinn gleich mehrere Angebote einzuholen, wenn es zu einem Todesfall gekommen ist.

Ungefähre Kosten des Bestatters:

  • Überführung innerorts

Zwischen 90,00 Euro und 230,00 Euro

  • Sarg für die Einäscherung

Zwischen 300,00 Euro und 700,00 Euro

  • Einfache Schmuckurne

Zwischen 60,00 Euro und 135,00 Euro

  • Einsargung, sowie Ankleiden des Verstorbenen

Zwischen 60,00 Euro und 160,00 Euro

  • Totenkleidung

Zwischen 50,00 Euro und 125,00 Euro

  • Aufbahrung

Zwischen 75,00 Euro und 265,00 Euro

 

Ungefähre Kosten für Fremdleistungen:

  • Leichenschau/Totenschein

Rund 60,00 Euro

  • Sterbeurkunde

Glatte 10,00 Euro

  • Krematorium

Zwischen 160,00 Euro und 550,00 Euro

  • Kranz

Zwischen 95,00 Euro und 250,00 Euro

  • Traueranzeige

Zwischen 210,00 Euro und 400,00 Euro

  • Trauerredner

Zwischen 110,00 Euro und 380,00 Euro

  • Orgelspiel/Musiker

Zwischen 35,00 Euro und 220,00 Euro

  • Leichenschmaus für 30 Personen

Zwischen 300,00 und 1000,00 Euro

 

Ungefähre Gebühren an den Friedhof:

  • Grabnutzungsgebühren

Zwischen 500,00 Euro und 1250,00 Euro

  • Beisetzungsgebühren

Zwischen 150,00 Euro und 500,00 Euro

  • Nutzung der Trauerhalle

Zwischen 90,00 Euro und 270,00 Euro

Demnach fallen bei einer Feuerbestattung mehrere Kostenstellen an. Üblicherweise erhalten somit die Angehörigen eine Sammelrechnung vom zuvor gewählten Bestattungsunternehmen. Bezogen auf einer Einäscherung werden die Kosten dafür ebenfalls an die Angehörigen weitergeleitet werden. Je nachdem, wie die Urne des Verstorbenen beerdigt werden soll, kommen ebenso Kosten für Urnen-, Baum- oder Seebestattung hinzu. Wie bereits erwähnt, ist bei einer Feuerbestattung eine zweite Leichenschau gesetzlich vorgeschrieben. Auch diese ist nicht kostenfrei.

Unter anderem beziehen die Kosten des Bestatters auf die Überführung, sowie auf die Versorgung des Verstorbenen. Der Friedhof hingegen berechnet die Bereitstellung, wie die Benutzung der Grabstelle, während das Krematorium sich die Einäscherung berechnen lässt. Weitere Zusatzkosten dagegen entstehen durch Nutzung einer Trauerhalle, Trauerredner, Blumenschmuck und Ähnliches. Demnach kostet allein eine Einäscherung zwischen 160,00 und 550,00 Euro. Die gesamte Feuerbestattung hingegen kann Kosten zwischen 2450,00 und 6800,00 Euro kosten. Hierbei handelt es sich allerdings um Richtwerte.

Warum Feuerbestattung?

Jeder Mensch ist bekanntlich anders und besitzt demnach eigene Wünsche, wie Vorstellungen. Auch beim Tod, wie bei der Bestattung handelt es sich um individuelle Geschehen. Während gläubige Menschen den Tod eingebettet, in die religiösen Traditionen erleben, gestalten andere den Abschied in einem offenen, wie persönlich ansprechenden Rahmen. Fest steht, in unserer globalisierten Welt ändert sich ebenfalls der Umgang mit dem Tod. Speziell hierzulande zeigen sich ein eindeutiger Trend zur Einäscherung und die damit verbundenen Bestattungsarten.

Außerdem gibt es auch ökonomische Gründe, die für eine Feuerbestattung und somit für eine Einäscherung sprechen. So gestaltet sich die Grabpflege weitaus weniger zeit-, wie aufwandsintensiv. Die Preise für Bestattungsplätze steigen zudem stetig weiter an. Hinzu kommt, dass eine Feuerbestattung eine Beisetzung ermöglicht, die keine weiteren Folgekosten nach sich zieht. Des Weiteren finden sich hier ebenso ökologische Gründe.

So kommt es im Boden zu weniger Schadstoffbelastung durch die menschlichen Überreste. Unter der Erde findet außerdem kein langwieriger Verwesungsprozess statt und es wird weitaus weniger Platz benötigt, als es bei einer Erdbestattung der Fall ist. Eine Feuerbestattung ist für unsere Umwelt ästhetisch vertretbar, nahezu emissionsfrei und enorm sauber.

Fazit: Immer mehr Menschen in Deutschlang ziehen eine Feuerbestattung einer Erdbestattung vor. Die Gründe dafür sind recht unterschiedlich und hängen nicht immer mit religiösen Traditionen zusammen. Durchaus wählen viele das Einäschern, da diese Art der Bestattung nicht so kostenintensiv ist, wie eine Erdbestattung. So mancher will auch einfach der Umwelt etwas Gutes tun und entscheidet sich aus diesem Grund für die Einäscherung.
Einäscherung – Ablauf und Kosten der Feuerbestattung
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