Trauerbewältigung: Wenn ein Mensch, den Sie lieben stirbt
Trauerbewältigung: Wenn ein Mensch, den Sie lieben stirbt

Trauerbewältigung – Tipps um Trauerphasen zu verarbeiten

Trauerbewältigung ist die Zeit nach einem Verlust. Niemand ist im Grunde darauf vorbereitet, wenn ein Mensch den man liebt stirbt. Es kommen Emotionen zum Vorschein, die gleichzeitig mächtig und angsteinflößend sind. Urplötzlich wird einem buchstäblich der Boden unter den Füßen weggerissen und Trauernde glauben, dass der Schmerz des Verlusts niemals mehr enden wird.

Freude und Glück scheinen in weite Ferne zu rücken. Bis ein Trauernder seine seelische Balance wiederfindet, kann es lange Zeit dauern. Der Weg ist steinig. Dennoch verlangt die Gesellschaft, dass der Trauernde zügig wieder funktioniert und sich so verhält, wie vor dem Tod des geliebten Menschen. Der Platz für Trauer ist demnach eng bemessen. Aus diesem Grund ist eine schöne Trauerfeier stets von großer Bedeutung, damit Trauernde Abschied nehmen können.

Experten gehen davon aus, dass Trauernde verschiedene Trauerphasen durchlaufen müssen. Nur so ist es ihnen möglich ihr inneres, wie äußeres Gleichgewicht wiederzufinden. Insgesamt können diese einzelnen Phasen bis zu fünf Jahre andauern. In einer stark schwankenden Intensivität erlebt ein jeder Mensch diese Trauerphasen anders. Es ist außerdem möglich, dass diese Phasen ineinander übergehen.

Eines Tages gelangt dann jeder Trauernde an den Punkt, wo er nicht mehr beim Anblick eines Fotos gleich in Tränen ausbricht oder aber intuitiv zum Handy greift, um dem bereits Verstorbenen etwas Bedeutendes aus seinem Leben zu berichten.

Welche Trauerphasen gibt es?

  1. Die Phase des Leugnens

Eine typische erste Reaktion auf das Ableben eines geliebten Menschen ist das Leugnen. „ Das kann nicht wahr sein, das ist mit Sicherheit ein Irrtum“. Trauernde wollen nicht wahr haben, dass das Unvermeidliche tatsächlich eingetreten ist. Die schockierende Nachricht versetzt den Trauernden in eine Art Trance-Zustand. Es kann einige Zeit dauern bis Betroffene merken, dass  dies doch die Realität ist und das Leugnen nichts besser macht.

  1. Die Phase der plötzlich ausbrechenden Emotionen

Eine wahre Flut von verschiedenen Gefühlen tritt jetzt an die Oberfläche. Trauernde können diese meist nicht kontrollieren. Verzweiflung, Angst, Wut, aber auch die Frage nach dem Sinn dieses Todes stellen den Trauernden auf eine extrem harte Probe. Es macht sich das Gefühl breit, dass andere Menschen glücklich sein dürfen, während der Trauernde selbst in ein tiefes Loch zu fallen scheint.

  1. Die Phase der Neuorientierung

Lediglich in kleinen Schritten findet der Trauernde zurück in seinen Alltag. Kleine Dinge beginnen wieder Freude zu machen und die Trauer tut nicht mehr ganz so weh, wie zu Beginn. Trotzdem ist der Schmerz weiterhin da und dauerhaft zugegen.

  1. Die Phase der Akzeptanz

Ein geliebter Mensch ist von uns gegangen, aber in dieser Trauerphase haben die Trauernden bereits gelernt damit umzugehen, weiterzuleben und den Alltag zu meistern. Der Körper, wie der Geist befindet sich wieder im Gleichgewicht. Neue Herausforderungen können gemeistert werden und gleiches gilt für neue Aufgaben.

Wie können Sie mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen

Es braucht jede Menge Zeit, wie Kraft um die vier Phasen der Trauerbewältigung zu durchlaufen. Damit Trauernde die schlimme Zeit besser überstehen können, gilt es die Trauer voll auszuleben. Kleine Dinge im Tagesablauf können hier eine große Hilfe darstellen. Es gilt der Trauer Ausdruck zu verleihen.

Folgende Dinge können bei der Trauerbewältigung helfen:

  • Sprechen Sie mit Gleichgesinnten, die eine ähnlich schwere Zeit erlebt haben. Es tut gut zu wissen, dass auch andere Menschen diesen Schmerz kennen und dass Sie mit ihrer Trauer nicht allein dastehen.
  • Führen Sie ein Tagebuch und vertrauen Sie sich diesem an. Papier ist ein geduldiger Geselle, beruhigt den Gemütszustand und ermöglich sich Dinge von der Seele zu schreiben, mit denen Sie andere Menschen lieber nicht belasten möchten.
  • Auch ein sogenanntes Trauerbuch mit Bildern und Erinnerungen an den Verstorbenen kann helfen den Tod des geliebten Menschen einfacher zu verarbeiten. Notieren Sie in diesem Buch Anekdoten, schöne Erlebnisse oder kleben Sie Erinnerungsstücke ein. Es ist erlaubt die Erinnerungen an den Verstorbenen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Diese dürfen auch gerne mit Verwandten, wie Freunden geteilt werden.
  • Versuchen Sie gar nicht erst nach außen hin der starke Typ zu sein. Es ist besser die Trauer zuzulassen.
  • Verkriechen Sie sich nicht in ihren vier Wänden und grübeln Sie über den Sinn des Todes nach. Gehen Sie raus, beschäftigen Sie sich und nehmen Sie sich etwas Schönes vor. Frische Luft und eine Portion Sonnenschein tun Körper, Geist und Seele auch in solchen Situationen gut.
  • Sorgen Sie für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Auch, wenn Sie keinen Hunger haben und jeder Bissen eine Herausforderung darstellt, gilt es dennoch regelmäßige Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Gerade in dieser schweren Zeit benötigt Ihr Körper ausreichend Nährstoffe.
  • Geben Sie sich genügend Zeit zum Trauern. Auch, wenn unsere Gesellschaft es gerne sieht, wenn wir schnell wieder reibungslos funktionieren, der Trauerprozess lässt sich einfach nicht beschleunigen.
  • Versuchen andere Sie mit flachen Floskeln aufzuheitern, üben Sie Nachsicht. Worte, wie „ das schaffst du schon“ helfen Ihnen zwar nicht, sind aber auch nicht böse gemeint. Vielen Außenstehenden fällt es schwer mit dem Thema Tod umzugehen.

Es ist immer tragisch einen geliebten Menschen für immer zu verlieren. Dies kann durch nichts geschmälert werden. Bekanntlich gehört der Tod aber zum Leben dazu. Jeder von uns wird sich irgendwann damit auseinandersetzen müssen, ob er will oder nicht. Ist die Trauerbewältigung dann geschafft, bleibt ein bisschen Wehmut dennoch immer zugegen und wird zum stillen Begleiter auf Lebenszeit. Ein bestimmter Geruch, ein bestimmter Song im Radio lassen dann ab und zu mal die Erinnerungen an den geliebten Menschen wieder aufleben. Jetzt tut es aber nicht mehr ganz so weh und schließlich soll der Verstorbene im Herzen, wie in den Erinnerungen weiterleben dürfen.

Fazit: Dass der Tod zum Leben dazugehört, wissen wir alle. Dennoch ist es stets ein Schock, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Viele Trauernde fallen jetzt in ein tiefes, dunkles Loch und haben das Gefühl ebenfalls sterben zu müssen. Bekanntlich heilt die Zeit in diesem Fall die Wunden und an diesen Worten ist tatsächlich etwas Wahres dran. Trauerbewältigung braucht Zeit und Trauernde sollten sich diese nehmen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Wer das Gefühl hat, diese schwere Zeit nicht alleine durchstehen zu können, der sollte sich auch nicht scheuen sich professionelle Hilfe zu suchen.
Trauerbewältigung – Tipps um Trauerphasen zu verarbeiten
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