Ratgeber: Grabkreuze – Metall, Stein oder Holz

In verschiedenen Regionen hierzulande werden Grabkreuze ebenso als Sterbekreuze, sowie Friedhofskreuze bezeichnet. So  handelt es sich hierbei um ein provisorisches Grabmal für Urnen-, wie Erdbegräbnisse. Sind die Grabkreuze aufwendiger verarbeitet worden, können diese aber ebenfalls als endgültiges Grabmal ihre Verwendung finden.

Grabkreuze als Übergangskreuze

Der Grabstein kann bei einem Erdbegräbnis nach dem Auffüllen der Grube nicht sofort auf das Grab aufgestellt werden. Das Erdreich muss sich erst noch setzen. Würde man den Grabstein unmittelbar nach der Bestattung auf den noch lockeren Boden setzen, könnte diese meist sehr schwere Stein ins Erdreich einsinken und umfallen. Damit die Grabstätte nach dem Begräbnis aber nicht gänzlich ohne Markierung  zurückbleibt, werden häufig provisorische Grabkreuze aus Holz übergangsweise aufgestellt.

Urnenkreuze

Bei einer Urnenbestattung setzt sich das Erdreich nicht so stark, wie bei einem Erdbegräbnis. Daher ist es problemlos möglich, dass endgültige Grabmal unverzüglich nach dem Begräbnis aufzustellen. Dennoch kommt es aber nicht selten vor, dass die Hinterbliebenen sich erst einmal auch hier für ein provisorisches Grabkreuz entscheiden.

Bei Urnenbestattungen werden diese vorrübergehenden Grabkreuze auch als Urnengrabkreuze oder als Urnenkreuze bezeichnet. Die Gründe für diese vorrübergehende Urnengrabmarkierung können unterschiedlicher Natur sein. Zum einen kann, beispielsweise, die Gestaltung des endgültigen Grabmals längere Zeit andauern oder aber es wurde noch nicht entschieden, wie die Grabgestaltung aussehen soll.

Außerdem können ebenso Kostenersparnisse hier eine bedeutende Rolle spielen. Da Urnengräber viel kleiner sind, als Erdgräber sind auch die Grabkreuze in ihrer Größe entsprechend angepasst.

Verarbeitung, sowie Materialarten von Grabkreuze

Grabkreuze, die lediglich übergangsweise auf Gräbern aufgestellt werden, bestehen stets aus Holz. Zum Teil werden diese Kreuze sogar aus Eiche gefertigt. Andere wiederum werden nicht aus ganz so haltbaren Holzarten, wie Lärche oder Kiefer hergestellt. Um diese Grabkreuze vor der Witterung zu schützen, werden sie außerdem mit Klarlack versiegelt.

Wie sehen vorübergehende Grabkreuze aus?

In unterschiedlichen Ausführungen werden vorrübergehende Grabkreuze heute angeboten. So gibt es nicht nur schichte Modelle, sondern ebenfalls provisorische Holzkreuze mi t geschweiften Konturen, gerundeten Kanten, konischen Balken oder Kreuze mit Kehlung. Grabkreuze, die hingegen über ein Dach verfügen, nennen sich auch Dachkreuze. Ebenso finden sich heutzutage auf dem Markt auch Modelle mit Christusfiguren oder anderen religiösen Ausstattungen. Zumal es auch russisch-orthodoxe Grabmale gibt.

Provisorische Grabkreuze aufstellen

Provisorische Grabkreuze bringen ein geringes Eigengewicht mit und benötigen aus diesem Grund kein Fundament, um den nötigen Halt im Erdreich zu finden. Wird demnach der endgültige Grabstein gesetzt, lässt sich das provisorische Kreuz schnell und einfach wieder beseitigen.

  • Meist beträgt die Zeit des Wartens zwischen der Beisetzung des Verstorbenen und dem Aufstellen des endgültigen Grabsteins bei Erdbestattungen etwa ein Jahr. Je nach Bodenbeschaffenheit kann diese Zeitspanne im geringen Maße variieren.
  • Somit werden die provisorischen Grabkreuze lediglich so gefertigt, dass diese maximal zwölf Monate halten.
  • Nach Beendigung dieses Zeitraums müssen die Hinterbliebenen also damit rechnen, dass die Übergangskreuze wegen der Witterungsverhältnisse beginnen unansehnlich zu werden.

Auch bei einem Grabkreuz gilt es die Frist von einem Jahr nach der Bestattung stets zu beachten. Erst dann hat sich der Erdboden so weit gesetzt, dass das Grabkreuz aufgestellt werden kann. Diese Vorgehensweise wird allerdings nur bei Kreuzen vorgenommen, die auf einem Sockel fest montiert werden. Urnenkreuze, sowie andere kleinere Grabkreuze hingegen die mit Hilfe eines Erdspießes im Boden befestigt werden, können unmittelbar nach der Bestattung zum Einsatz kommen.

Was sind Holzgrabkreuze?

Um Grabkreuze aus Holz von den provisorischen Kreuzen zu unterscheiden, werden dauerhafte Grabmale dieser Art auch als Holzgrabmal bezeichnet. Diese werden aus langlebigen, sowie massiven Holzarten, wie Eiche hergestellt und im Anschluss gleich mehrfach mit Lack versehen.

Letzteres kommt zum Einsatz, um die Holzgrabmale witterungsbeständiger zu gestalten. Hinzu kommt, dass das Holz auf diese Weise auch nicht ergraut. Je nach Größe des Kreuzes werden diese mit einem längeren Erdspieß  auf die Grabstätte gesteckt oder aber auch einem Sockel fest montiert.

Metall-Grabkreuze

Metall-Grabkreuze sind mit weitaus höheren Kosten verbunden, als Holzgrabkreuze. Vor allem Modelle aus Bronze oder schmiedeeiseren Kreuze gelten als echte Kunstwerke und besitzen häufig aufwändige Verzierungen. Natürlich gibt es aber auch hier eher schlichte Kreuzmodelle.

So bringen Grabkreuze aus Edelstahl den Vorzug mit, dass diese keinen Rost ansetzen und demnach als besonders pflegeleicht gelten. Handelt es sich eher um ein großes Metall-Grabkreuz wird dieses meist auf einem Sockel montiert. Kleinere Modelle dieser Art, also Urnengrabkreuze, werden dagegen oftmals mit einem Erdspieß auf dem Grab befestigt.

Acryl-Grabkreuze

Acryl gilt ebenfalls als UV-, wie witterungsbeständig. Außerdem ist dieses Material leicht zu verarbeiten, so dass es inzwischen auch Grabkreuze aus weißen oder schwarzen Acryl gibt. Oftmals handelt es sich hier um kleine Urnengrab- oder Gedenkkreuze. Diese werden demnach mit einer Laserbeschriftung und auf Wunsch mit Lasergravuren schön gestaltet.

Stein-Grabkreuze

Hierzulande wurden Kreuz-Grabsteine vom Mittelalter bis in die Neuzeit, sowie regional bis ins 19. Jahrhundert auf Gräbern aufgestellt. Die meisten Steinmetze bieten heute nicht nur Grabkreuze aus Stein an, sondern ebenso Grabsteine mit Durchbruch oder Schmuckelement.

Lassen sich Grabkreuze auch selber machen?

Es gibt einige Hinterbliebene, die das Grabkreuz selbst gestalten, um ihre Verbundenheit, wie Liebe auszudrücken. Gegen diese Vorgehensweise spricht auch nichts, solange die Friedhofsordnung dieses erlaubt. Lediglich über etwas handwerkliches Geschick gilt es aber zu verfügen. Vielen hilft die Gestaltung eines selbstgemachten Grabkreuzes mit dem Tod des lieben Menschen fertig zu werden, so dass das Selbermachen zur Trauerarbeit gehört.

Fazit: Grabkreuze gibt es in vielen, verschiedenen Ausführungen. Während Übergangskreuze meist aus Holz bestehen dessen Haltbarkeit maximal ein Jahr bestehen bleibt, finden sich endgültige Grabmale dieser Art aus unterschiedlichen Materialien auf dem heutigen Markt. Mit etwas handwerklichem Geschick ist es sogar möglich ein Grabkreuz für einen lieben Menschen selbst zu gestalten.

Ratgeber: Grabkreuze – Metall, Stein oder Holz
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