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Die Feuerbestattung

Die Feuerbestattung

Die Wahl bei der Bestattung eines Leichnams fällt aus vielen verschiedenen Gründen häufig auf die Feuerbestattung. Auch wenn eine Feuerbestattung aus kirchlichen Gründen für lange Zeit verboten war, ist dies keineswegs eine neuzeitliche Entwicklung. In vielen Kulturen gilt die Feuerbestattung stattdessen als typisch. Die Asche des Verstorbenen wurde schließlich nach der Verbrennung verstreut oder in einer Urne aufbewahrt. Je nach dem, in welcher Region die Feuerbestattung stattfand, war es üblich, diese an Land, oder auch in einem Gewässer zu verstreuen.

Das Christentum war lange Zeit gegen die Feuerbestattung, da man davon ausging, dass es eine Missachtung Gottes sei, wenn der Körper, welcher bei der Auferstehung Gottes wieder lebendig werden sollte, durch das Feuer zerstört wurde. Später wurde die Feuerbestattung auch vom Christentum erlaubt mit der Voraussetzung, dass dadurch in keiner Weise eine Leugnung des Glaubens an die Auferstehung ausgedrückt wird.

Häufig fällt die Wahl auf eine Feuerbestattung zum einen aus finanziellen Gründen, da ein Urnengrab bei weitem weniger Kosten und auch damit verbundene Arbeit verursacht, zum anderen aber auch aus hygienischen Gründen, da man eine Verwesung eines Leichnams, vor allem auch die Verwesung eines Leichnams mit ansteckenden Krankheiten, als unhygienisch betrachtet wird.

Vorsichtig sind Angehörige allerdings auch, denn die Skepsis, ob tatsächlich die Urne mit der Asche des Verstorbenen übergeben wird, ist ebenfalls bei einer Feuerbestattung vorhanden. Diese ist allerdings unbegründet in Anbetracht der Tatsache, dass im Krematorium grundsätzlich eine Nummer auf einem Schamottestein verzeichnet wird und Name des Verstorbenen, sowie Datum der Einäscherung eindeutig zugeordnet wird.

Auch sind die Öfen so konzipiert, dass ausschließlich ein Sarg mit der Leiche Platz darin findet, sodass es auch nicht zu einer mehrfachen Verbrennung kommen kann. Eine Feuerbestattung findet allerdings, abgesehen von den finanziellen und hygienischen Vorteilen, auch eine weitere Begründung. So gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, die Asche beizusetzen.

Formen einer Feuerbestattung

Naturverbündete Menschen möchten womöglich den Weg der Feuerbestattung wählen, um die Erde nicht mit Gasen und Verwesung zu belasten, wofür sich nicht zuletzt die Beerdigung in Verbindung mit dem Pflanzen eines Baumes, aber auch in der Nähe von Wurzeln eignet. Mit dem Pflanzen eines Baumes auf der Grabstätte des Verstorbenen wird schließlich auch ein besonderer Ausdruck verliehen.

Ebenfalls bietet sich bei einer Feuerbestattung auch das Ausstreuen der Asche auf einer Streuwiese oder das Absenken der Seeurne in Gewässern an. Auch in Deutschland sind die vielfältigen Möglichkeiten der Feuerbestattung gegeben, wobei gewisse Voraussetzungen beachtet werden müssen. Eine weitere beliebte Form der Feuerbestattung ist die Verarbeitung der Asche in einen Diamanten, der schließlich Platz in einem Ring findet und somit den Verstorbenen immer bei sich tragen lässt.

Eine Feuerbestattung bietet zahlreiche Möglichkeiten der Beisetzung, was diese vermutlich auch zu einer so beliebten Version werden lässt. Gerade das Abgeben der Asche an die Mutter Natur sei es über die Luft, das Wasser oder die Erde versinnbildlicht im selben Moment die Wertschätzung des Lebens und der Glaube an den unendlichen Fluss.

Dass die Kosten einer Feuerbestattung zudem wesentlich geringer sind, als bei anderen Bestattungs-Möglichkeiten, ist ein positiver Nebeneffekt. Ältere Menschen stehen der Feuerbestattung häufig noch mit Vorbehalt gegenüber, was wohl aus den früheren Bestimmungen der Kirchen herrührt. Allerdings sind diese völlig unbegründet, denn die Zeremonie einer Feuerbestattung kann womöglich auch besonderen Trost den Angehörigen spenden.

Die Einäscherung einer Leiche wird mit dem Begriff Feuerbestattung definiert. Üblich sind auch noch die Bezeichnungen Kremierung oder Kremation. Die Verbrennung des Leichnams in einem nichtgeschraubten Sarg erfolgt in einem Krematorium. Der gesamte Vorgang dauert etwa 90 Minuten, wobei immer nur eine Person verbrannt wird. Durch die Zugabe eines Schamottsteins mit Nummer lässt sich bei der Feuerbestattung die Asche genau zuordnen. Die Überreste nimmt eine einfache Aschekapsel in sich auf, die zumeist noch in eine dekorative Überurne eingesetzt wird, um dem Verstorbenen eine besondere Ehre zu erweisen.

Besondere Vorschriften bei der Feuerbestattung

Weil bei einer Feuerbestattung keine nachträgliche Exhumierung mehr möglich ist, dürfen an der Todesursache und an der Identität des Leichnams keinerlei Zweifel bestehen. Aus diesem Grund erfolgt vor der Verbrennung eine zweite Leichenschau durch einen Rechtsmediziner oder Amtsarzt. Bei einer Feuerbestattung muss zudem die schriftliche Willenserklärung des Verstorbenen oder seiner Angehörigen zur Einäscherung vorliegen.

Beisetzungsformen für eine Feuerbestattung

In Deutschland existiert ein Friedhofszwang. Eine Urne muss somit immer auf einem Friedhof oder in einer Urnenhalle beigesetzt werden, ob in der Erde oder in einer Wand. Inzwischen erfreuen sich  Naturfriedhöfe einer großen Beliebtheit als Variante einer Feuerbestattung. In genehmigten Gebieten werden die Urnen, die aus verrottbarem Material hergestellt sein müssen, im Wurzelbereich alter Bäume beerdigt oder es wird bei der Beisetzung ein neuer Baum gepflanzt.

In einigen Bundesländern sind auf den Friedhöfen Aschefelder integriert, auf denen die Asche ausgestreut werden kann. Mittlerweile ist in Deutschland etwa jede zweite Beisetzung eine Feuerbestattung. Das liegt einerseits an dem knapper werdenden Platz auf den Friedhöfen und andererseits sind bei einer Feuerbestattung die Kosten niedriger, was sich vor allem an den Friedhofsgebühren niederschlägt.

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