Requiem – Totenmesse Ablauf und Bedeutung
Eine Totenmesse wird auch Requiem oder Missa pro defunctis genannt. Da am Anfang einer Totenmesse stets der Psalm „Requiem aeternam dona eis, Domine“ vorgetragen wird, ist die Bezeichnung Requiem hier abgeleitet worden. Übersetzt bedeutet dieser Psalm: „Ewige Ruhe schenke ihnen, oh Herr.“ So handelt es sich in diesem Fall um eine besonderen Gottesdienst der römisch katholischen Kirche, der am Tag einer Beerdigung abgehalten wird. Jedoch ist mit dem Begriff Totenmesse nicht nur allein dieser Gottesdienst gemeint, sondern ebenfalls die Kompositionen des kirchenmusikalischen Bereichs.
Inhalt
- 1 Das Wichtigste in Kürze
- 2 Wie läuft eine katholische Totenmesse genau ab?
- 3 Welche Bedeutung hat eine Totenmesse bzw. Requiem?
- 4 Worum handelt es sich bei der musikalischen Form des Requiems?
- 5 Fazit:
- 6 FAQ
- 7 Welche Requien gibt es?
- 8 Woher stammt das Wort Requiem?
- 9 Wie lange dauert das Requiem?
- 10 Was ist ein Requiem für Verstorbene?
- 11 Was zieht man zu einem Requiem an?
Das Wichtigste in Kürze
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Requiem = Totenmesse: Eine katholische Messe zum Gedenken an Verstorbene.
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Liturgischer Ablauf: Besteht aus Introitus, Graduale, Tractus, Offertorium und Communio.
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Zweifache Bedeutung: Als Gottesdienst und als kirchenmusikalisches Werk.
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Musikalische Requien: Berühmte Komponisten wie Mozart, Verdi oder Fauré schufen emotionale Werke.
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Tradition & Trost: Das Requiem bietet Hinterbliebenen spirituellen Halt und Gebet für das Seelenheil.
Wie läuft eine katholische Totenmesse genau ab?
Die katholische Totenmesse, auch Requiem genannt, folgt einem festgelegten liturgischen Ablauf, der tief in der Tradition der Kirche verwurzelt ist. Sie beginnt mit dem Introitus, einem Eröffnungsgesang, der die Gemeinde auf die spirituelle Bedeutung des Gottesdienstes einstimmt. Der bekannte Vers „Requiem aeternam dona eis, Domine“ („Ewige Ruhe schenke ihnen, o Herr“) steht dabei symbolisch für das Gebet um Frieden für die Verstorbenen.
Danach folgt das Kyrie, in dem um Erbarmen gebeten wird – für die Verstorbenen und die Lebenden. Es schließt sich das Graduale an, ein Wechselgesang, der das Thema der Vergänglichkeit behandelt. Statt des Alleluja, das in Trauermessen entfällt, wird der Tractus gesungen – ein feierlicher, oft ernster Solopart. Das Offertorium ist der Teil der Gabenbereitung: Brot und Wein werden zum Altar gebracht und symbolisieren die Opfergabe für das ewige Leben. In der anschließenden Präfation und dem Sanctus wird Gott gepriesen, ehe das zentrale Hochgebet der Messe beginnt.
Ein besonders emotionaler Moment ist die sogenannte „Kommunion“: Hier wird der Leib Christi empfangen, als Zeichen der Hoffnung auf die Auferstehung. Am Ende der Messe folgt oft ein Segensgebet über den Sarg sowie die sogenannte Absolution – ein letzter liturgischer Ritus, bei dem Weihrauch und Weihwasser eingesetzt werden. Die Gemeinde begleitet den Sarg anschließend zum Grab, wo ein abschließendes Gebet gesprochen wird.
In manchen Regionen gibt es nach der Beisetzung noch eine Agape oder ein Trauerkaffee, bei dem sich Familie und Freunde austauschen. Die gesamte Messe dauert meist 45 bis 60 Minuten, je nach musikalischer Ausgestaltung. Wichtig ist: Die Totenmesse dient nicht nur dem Gedenken, sondern auch dem aktiven Gebet für das Seelenheil. Der Glaube an die Auferstehung ist dabei zentrales Element. Viele Angehörige empfinden das Requiem als spirituellen Trost und wichtigen Schritt in der Trauerbewältigung.
Welche Bedeutung hat eine Totenmesse bzw. Requiem?
Bei den Katholiken ist ein Requiem eine bedeutende Form des Abschiedsnehmens. Die Totenmesse soll dem Verstorbenen gedenken und sein Leben ehren. Im gleichen Zuge sollen die Hinterbliebenen für das Seelenheil des Toten beten. So handelt es sich bei dieser besonderen Messe der katholischen Kirche um einen traditionellen Moment des Abschieds der Angehörigen eines Verstorbenen.
Anschließend findet dann meist die Beisetzung des Toten auf einem Friedhof statt. Zum Ende des Kirchenjahres werden dann noch sogenannte Gedenkgottesdienste für die Verstorbenen abgehalten, die innerhalb dieses Jahres verstorben sind. Diese Messen dienen zum weiteren Gedenken an die Toten, sowie als Mahnung der eigenen Endlichkeit.
Worum handelt es sich bei der musikalischen Form des Requiems?
Das sogenannte Requiem gibt es ebenso in der Musik einer Totenmesse. Berühmt ist hier das Requiem in d-Moll von dem bekannten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart. Im Jahr 1791 wurde dieses Stück erstmalig aufgeführt. Im Ursprung diente diese musikalische Form der Totenmesse eher einer Gottesdienstbegleitung. Mit der Zeit wurden dann immer mehr solcher Requiems komponiert, die überwiegend in Konzertsälen zu hören waren.
So wurde, zum Beispiel, das Requiem „die Grande Messe des Morts“, komponiert von Hector Berlioz nicht in der katholischen Kirche vorgetragen, sondern in diversen großen Konzerthäusern. So wurde dieses besondere Werk im Jahr 1837 vom französischen Staat in Auftrag gegeben, um den Opfern der Julirevolution im Jahr 1830 zu gedenken.
Fazit:
Demnach besitzt ein Requiem gleich zwei Bedeutungen. So kann es sich zum einen um eine Totenmesse handeln, die die Katholiken vornehmen, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Zum anderen kann ein Requiem aber ebenfalls ein besonderes Musikstück sein, welches extra zum Totengedenken komponiert wurde. Dieses Stück wird dann entweder als Begleitung der Totenmesse vorgetragen oder aber für sich allein gespielt.
FAQ
Welche Requien gibt es?
Es gibt viele berühmte Requien, die von verschiedenen Komponisten geschrieben wurden. Zu den bekanntesten gehören das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart, das Requiem von Giuseppe Verdi, das Requiem von Johannes Brahms (ein nicht-liturgisches Werk, bekannt als „Ein Deutsches Requiem“), und das Requiem von Gabriel Fauré. Jedes dieser Werke hat seinen eigenen einzigartigen Stil und Charakter.
Woher stammt das Wort Requiem?
Das Wort „Requiem“ stammt aus dem Lateinischen und bezieht sich ursprünglich auf die römisch-katholische Totenmesse. Der volle Name ist „Missa pro defunctis“ oder „Missa defunctorum“, was „Messe für die Verstorbenen“ bedeutet. Der Begriff „Requiem“ kommt von den ersten Worten des Introitus der Messe: „Requiem aeternam dona eis, Domine“, was bedeutet „Gib ihnen die ewige Ruhe, Herr“.
Wie lange dauert das Requiem?
Die Dauer eines Requiems kann stark variieren, abhängig vom jeweiligen Werk und der Aufführungspraxis. Einige Requien, wie das von Mozart, dauern etwa eine Stunde, während andere, wie Verdis Requiem, bis zu 90 Minuten oder länger dauern können.
Was ist ein Requiem für Verstorbene?
Ein Requiem ist eine Messe in der katholischen Kirche, die für die Verstorbenen gehalten wird. Es ist eine liturgische Zeremonie, die das Gedenken an die Toten und das Gebet für ihre Seelen beinhaltet. In der Musik ist ein Requiem ein Werk, das normalerweise die Teile der Totenmesse vertont und oft bei Trauerfeiern, Gedenkstunden oder als Konzert aufgeführt wird.
Was zieht man zu einem Requiem an?
Die Kleidungsvorschriften für ein Requiem sind ähnlich wie die für eine Beerdigung:
- Dunkle, konservative Kleidung ist am angemessensten.
- Für Männer bedeutet dies in der Regel einen schwarzen oder dunklen Anzug mit Hemd und Krawatte.
- Für Frauen ist ein dunkles Kleid oder ein dunkler Anzug angemessen.
- Zu helle oder auffällige Farben sollten vermieden werden, um Respekt und Würde für den Anlass zu zeigen.