Haushaltsauflösung – Wohnungsauflösung im Todesfall

Kommt es in der Familie zu einem Todesfall ist dies nicht nur unsagbar traurig, sondern stellt die Hinterbliebenen auch vor einigen Herausforderungen. Neben der Trauerbewältigung gilt es noch einige andere Dinge zu erledigen, die nicht allzu lange aufgeschoben werden sollten. Vor allem die die Beerdigung hat jetzt natürlich erst einmal Priorität, denn diese gilt es zeitnah vorzunehmen. Außer der Bestattung fallen dann aber noch weitere Aufgaben an.

Lebte der Verstorbene allein in einer Wohnung oder in einem Haus, gilt es zu entscheiden, was mit dem Wohnbereich bzw. dem Eigentum passieren soll. Ansonsten fallen schließlich weiter diverse Kosten an, die beglichen werden müssen. In vielen Fällen, entscheiden sich die Angehörigen dafür den Haushalt des Toten aufzulösen. Vor allem dann, wenn es sich um eine Mietwohnung handelt.

Welche Gründe sprechen für eine schnelle Haushaltsauflösung nach einem Todesfall?

Kommt es zu einem Sterbefall, gilt es unter anderem auch die Wohnungsauflösung des Verstorbenen zügig in Angriff zu nehmen. Unter anderem sollte der Mietvertrag schnellst möglich gekündigt werden.

Nach dem Tod des Mieters einer Wohnung treten hier demnach die Erben des Erblassers an dessen Stelle. Somit erwerben diese nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Das heißt, das Mietverhältnis geht erst einmal automatisch auf den Erben über. Damit es nicht zu unnötigen Kosten kommt, gilt es dann schnell den Haushalt aufzulösen.

Aber nicht nur die anfallenden Kosten sollten für eine zügige Haushaltsauflösung nach einem Todesfall sorgen, denn auch in emotionaler Hinsicht ist dies ein bedeutender Schritt. Diesen gilt es nicht allzu lange vor sich her zuschieben.

Auch die Auflösung des Haushalts des Verstorbenen, sowie das Ausräumen der Wohnung und die Kündigung des Mietverhältnisses gehören zu einer Trauerbewältigung. So helfen diese Schritte den Hinterbliebenen den Tod eines geliebten Menschen besser zu verarbeiten. Neben dem Begräbnis bildet demnach auch die Haushaltsauflösung einen Abschluss.

Wer übernimmt im Todesfall die Immobilie des Verstorbenen?

Selbst wenn der Verstorbene nicht zur Miete gewohnt hat, sondern in seinen eigenen vier Wänden besteht oftmals dennoch ein großes Interesse daran zügig den Haushalt nach dem Tod aufzulösen. Die Erben der Immobilie haben in diesem Fall zwar keine Mietkosten zu befürchten, doch damit die Erben ihr Erbe in Besitz nehmen können, gilt es auch hier schnell den Haushalt aufzulösen. Sowohl der Hausrat, als auch alle anderen Gegenstände, die sich in der Wohnung des Verstorbenen befinden, gehören stets zum Vermögen des Nachlasses dazu.

Im sogenannten Zuge des Voraus steht der Hausrat allerdings meist dem noch lebenden Ehepartner zu. Im Rahmen der Haushaltsauflösung wird in der Regel festgestellt, welche Vermögenswerte in der Wohnung zugegen sind. Sämtliche Dinge, die die Hinterbliebenen nicht haben möchten, können dann auch problemlos veräußert werden. Das Geld, welches auf diese Weise eingenommen wird, fließt anschließend automatisch in die Erbmasse mit ein und wird ebenso im Erbschein zu finden sein.

Wie sehen die rechtlichen Grundlagen bei einer Haushaltsauflösung im Todesfall aus?

Vor allem, sollten Angehörige eines Verstorbenen wissen, dass nach dem Tod eines Menschen der Mietvertrag für eine Wohnung nicht automatisch erlischt. Als Nachlassteil geht dieser Vertrag an den Erben über. Möchte der Erbe die Mietswohnung nicht übernehmen, gilt es zügig den Haushalt des Erblassers aufzulösen und laufende Verträge zu kündigen. Für die Mietvertragskündigung gelten im Fall des Todes außerdem gesonderte Bestimmungen.

Als rechtlicher Erben haben die Hinterbliebenen einen Monat Zeit den Vermieter über den Tod des Mieters zu informieren. Im Anschluss kann die Wohnung gekündigt werden, indem die gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten berücksichtigt wird. In den meisten Fällen besteht allerdings kaum ein Vermieter auf diese Frist. Aus diesem Grund, empfiehlt es sich den Vermieter schnell über das Ableben des Mieters zu informieren und gegebenenfalls um eine frühzeitige Vertragsauflösung zu bitten.

Außerdem kann ebenso der Vermieter in die Pflicht genommen werden die Haushaltsauflösung im Todesfall zu übernehmen. Diese tritt in Kraft, wenn der verstorbene Mieter keinen Erben hat oder wenn diese das Erbe ausschlagen. Solange die Erbschaftsangelegenheiten nicht geklärt sind, darf der Vermieter keine Auflösung des Haushalts vornehmen.

Es besteht jedoch die Möglichkeit eine sogenannte Nachlasspflegschaft zu beantragen. In deren Rahmen sind dann eine Kündigung, sowie eine Haushaltsauflösung machbar, auch ohne dass die Erbschaftsfrage geklärt ist.

Haushaltsauflösung selber machen oder lieber einen Profi machen lassen?

Gerade, wenn ein Angehöriger sehr plötzlich verstirbt, haben die Hinterbliebenen unzählige Dinge zu tun. Neben der Planung der Beerdigung, Behördengänge und ähnliches, stellt die Haushaltsauflösung für viele eine Zusatzbelastung dar. Durchaus gibt es aber ebenso Angehörige, die eine solche Wohnungsauflösung nutzen, um mit dem Tod des geliebten Menschen besser fertig zu werden. Bleibt ein Großteil des Hausrats demnach ohnehin in der Familie, empfiehlt es sich daher, die Haushaltsauflösung nach einem Todesfall selbst in die Hand zu nehmen.

Gilt es hingegen einen sehr großen Haushalt aufzulösen und große Mengen an Hausrat zu entsorgen, ist es meist besser sich professionelle Hilfe zu suchen. So übernehmen spezielle Unternehmen nicht nur die Auflösung des Haushalts, sondern kümmern sich auch um den Abtransport alter Möbel und Co und übernehmen gegebenenfalls ebenfalls die Endreinigung der Wohnung. Bei Übergabe müssen sich die Hinterbliebenen demnach auch nicht mehr um Letzteres kümmern. Das spart natürlich viel Arbeit und jede Menge Zeit.

Fazit: Einen Haushalt nach einem Todesfall aufzulösen, gehört für viele Hinterbliebene zu einer zusätzlichen Belastung. So mancher Angehöriger nutzt diese aber auch um besser mit der Trauer zurechtzukommen. Gerade, wenn es aber große Mengen an Hausrat zu entsorgen gilt, nutzen viele Angehörige gerne professionelle Hilfe.

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