Ratgeber: GEZ Abmeldung Todesfall
Ratgeber: GEZ Abmeldung Todesfall

GEZ Abmeldung Todesfall: Was gilt es hier zu beachten?

Stirbt ein geliebter Mensch im nahen Verwandtenkreis ist dies natürlich immer unsagbar traurig. Das Gefühl der Trauer und Einsamkeit lassen es meist gar nicht zu in der ersten Zeit einen klaren Gedanken zu fassen. Schon die Planung, wie Organisation der Beerdigung überfordern viele Trauernde und oftmals geraten andere Formalitäten, die es noch zu erledigen gilt, völlig in Vergessenheit.

Häufig zählt dazu auch die GEZ Abmeldung im Todesfall. Hat der Verstorbene diese Rundfunkgebühren zu Lebzeiten gezahlt, stoppt die Zahlungsaufforderung hier aber nicht automatisch mit dem Ableben des Beitragszahlers. Die Hinterbliebenen sind demnach dazu verpflichtet das Beitragskonto des Verstorbenen zu kündigen.

Was sind GEZ-Gebühren?

Wer hierzulande einen Haushalt führt, muss GEZ-Gebühren zahlen. Seit dem Jahr 2013 sind diese allgemeinen Kosten in Deutschland als Rundfunkbeiträge bekannt. Entrichtet werden diese an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften. Neben der Bezeichnung haben sich außerdem auch die Beiträge verändert. Demnach wird der Rundfunkbeitrag nicht mehr nach den Geräten im Haushalt bemessen. Jeder Haushalt bzw. jede Wohnung zahlt jeden Monat den gleichen Beitrag.

Dabei spielt es keine Rolle mehr wie viele Personen in einem Haushalt leben oder ob überhaupt kein PC, Fernseher oder Radio zugegen ist. Monatlich gilt es somit etwas unter 20,00 Euro  an die öffentlich-rechtlichen Rundfunkgesellschaften zu zahlen. Diese Beiträge können außerdem auch viertel-, halb- oder jährlich bezahlt werden. Diese Zahlung ist für alle verpflichtend.

Stirbt hingegen ein Beitragszahler der Rundfunkgebühren erlischt mit dem Tod nicht automatisch die Zahlungspflicht. Angehörige müssen in diesem Fall eine Kündigung vornehmen. Wer hier nicht für eine ordnungsgemäße Abmeldung sorgt, kann damit rechnen, dass die Kosten weiterlaufen.

Wie gilt es eine GEZ Abmeldung bei Todesfall vorzunehmen?

Verstirbt ein Beitragszahler, der zu Lebzeiten GEZ-Gebühren zahlen musste, bedeutet dies nicht vollautomatisch, dass mit dem Ableben die Aufforderung der Zahlungen stoppt. In diesem Fall sind die Hinterbliebenen in der Pflicht das Beitragskonto des Verstorbenen zu kündigen. Dies gilt zumindest dann, wenn der Verstorbene alleine in einem Haushalt gelebt hat und dieser nach dem Tod aufgelöst wird. Konkret heißt das, dass mit der Haushaltsauflösung auch gleich die Auflösung des GEZ-Beitragskontos erfolgen sollte.

Am einfachsten ist es in diesem Fall eine GEZ Kündigung über das Online-Abmeldeformular vorzunehmen. Dieses gilt es auszufüllen und per Post an den Beitragsservice zu schicken. Am besten erfolgt die Zusendung per Einschreiben. Diesem Schreiben sollte außerdem eine Kopie der Sterbeurkunde beigelegt werden, denn nur so ist diese Kündigung bindend. Im gleichen Zuge gilt es die Richtigkeit der gemachten Angaben zu bestätigen.

Link zu den Musterformularen und PDF

Zieht hingegen eine neue Person in die Wohnung des Verstorbenen, muss diese sich neu beim Beitragsservice anmelden. Hat der Verstorbene hingegen mit einer anderen Person zusammen in der Wohnung gelebt, ist dieser gezwungen, wenn er in diesem Haushalt bleibt, weiterhin eine GEZ-Gebühr zu zahlen. In diesem Fall muss dann das Beitragskonto  des Verstorbenen auf den Hinterbliebenen umgeschrieben werden. Es gilt demnach eine Ummeldung vorzunehmen. Eine solche lässt sich am einfachsten über das Online-Ummeldeformular vornehmen. Damit das Ummelden ohne Probleme vonstattengeht, wird außerdem eine neunstellige Beitragsnummer benötigt.

Diese finden Sie in der Regel auf:

  • Dem Kontoauszug
  • Dem Schreiben des Beitragsservices oben in der rechten Ecke
  • Der Zahlungsaufforderung
  • Der Anmeldebestätigung

Wann muss eine GEZ-Abmeldung bei Todesfall nicht erfolgen?

Durchaus finden sich auch einige Personengruppen, die von den GEZ-Gebühren ausgeschlossen sind. Zu diesen zählen hauptsächlich sozial schwächer gestellte Menschen, wie Arbeitslose, Asylbewerber, Hartz IV Empfänger und Co. Diese brauchen keine Rundfunkgebühren zahlen, wenn das Einkommen nicht hoch genug ist. Gleiches gilt außerdem für Personen, die an einer Hör- oder Sehbehinderung leiden.

Zählt der Verstorbene demnach zu dieser Personengruppe, muss hier keine GEZ Abmeldung erfolgen, da dieser schließlich zu Lebzeiten von den Gebühren befreit wurde. Handelte es sich bei dem Verstorbenen somit um einen Geringverdiener, Hartz IV-Empfänger, Rentner mit Mindestrente oder um eine Person mit einem der genannten Handicaps, sollten Angehörige prüfen, ob der Verstorbene zu Lebzeiten einen Befreiungsantrag gestellt hat und ob dieser kurz vor dem Tod noch gültig war. Ist dies der Fall ist eine GEZ Abmeldung bei Todesfall nicht erforderlich.

Lediglich, wenn der Befreiungsantrag ausläuft und kein Neuer beantragt wird, kann es sein, dass dann bei dem Verstorbenen eine erneute Zahlungsaufforderung ins Haus flattert. Um dies zu vermeiden, ist es ratsam die öffentlich-rechtliche Rundfunkzentrale vom Tod des Nicht-Beitragszahlers in Kenntnis zu setzen.

Fazit: Stirbt ein geliebter Mensch, ist die erste Zeit für alle Hinterbliebenen nicht nur schwer, sondern oftmals auch stressig. Es gilt sich mit der Planung und dem Organisieren der Beerdigung zu befassen. Nach dem Begräbnis stehen meist weitere Formalitäten an, die es unbedingt zu erledigen gilt. Viele Hinterbliebene haben erst einmal gar keine Zeit richtig zu trauern. Neben der eventuellen Haushaltsauflösung, Kündigungen verschiedener Versicherungen des Verstorbenen muss sich schließlich auch noch um die GEZ Abmeldung gekümmert werden. Gerät Letzteres in Vergessenheit fallen weitere Rundfunkgebühren an, denn mit dem Tod des Beitragszahlers erlischt nicht automatisch die Zahlungspflicht. Daher sollten Hinterbliebene schnell handeln und eine GEZ Abmeldung im Todesfall eines Angehörigen vornehmen.
GEZ Abmeldung Todesfall: Was gilt es hier zu beachten?
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