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Zankapfel: Armen-Sozialbestattungen

Das wohl berühmteste Armen-Grab ist das von Wolfgang Amadeus Mozart, der 1791 mittellos starb.

Doch leider werden auch 200 Jahre später wieder Sozialbestattungen für arme Bürger zum Thema. Häufig liegt die Beerdigung eines Menschen nicht in den Händen der trauernden Hinterbliebenen, sondern in denen des Ordnungsamtes. Hier sterben meist völlig vereinsamte Menschen, die weder Angehörige, noch Freunde hinterlassen.

Bei einer Sozialbestattung werden die erforderlichen Kosten auf Antrag vom Sozialamt übernommen, soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, die Kosten der Bestattung selbst zu tragen.

Aber auch denjenigen, die liebe Menschen wie den Partner oder Kinder zurücklassen, bleibt die Armen-Bestattung manchmal nicht erspart. Hier müssen die Hinterbliebenen beim Sozialamt die Übernahme der Kosten beantragen, weil sie sie aus eigener Kraft nicht tragen können. Neben dem Schmerz über den Verlust sind dann noch Anträge auszufüllen, die Finanzen offen zu legen: ein umständliches Prozedere. Zumal es am Sterbe- und nicht am Wohnort des Hinterbliebenen erfolgen muss und dies kann dauern. Fristen hierfür gibt es nicht- es ist also kaum verwunderlich, das die Bestatter hierüber verärgert sind und sich mit diesem Problem allein gelassen fühlen. (F.Mohr)

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Ein Kommentar

  1. Zu diesem Thema gab es am 21.11.2010 in „Eins.extra“ eine informative, kritische und aufschlußreiche Dokumentation, die beschreibt, daß ein Verstorbener 29 Tage im Leichen-Kühlhaus lag, dann in Holland ins Krematorium kam auf Vorleistung eines Ordnungsamts in NRW. Seine Asche wurde im Wald verstreut. Die mittellose Witwe sollte auch noch die Kühlhauskosten von 30 EUR täglich für 29 Tage tragen, insgesamt 2.100 EUR weil das Sozialamt sich nicht zu einer zügigen Bestattung durchringen konnte, bevor kein Kostenträger ausfindig zu machen war.