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Virtuelles „Ich“ zu Grabe tragen

Mit einem bundesweit einmaligen Projekt, sorgen Studenten und die Stadt Frankfurt für ein Aufhorchen in der Computerspielszene.

Im Onlineportal „Herolymp“ können Compterspielsüchtige ihre Spielfiguren (Avatare) auf einem Friedhof bestatten. Die Stadt Frankfurt will mit diesem Projekt ein Zeichen gegen die Spielsucht, der immer mehr Menschen zum Opfer fallen, setzen.

Im Auftrag der Stadt Frankfurt haben die beiden Studenten Florian Schweitzer und Seong Wong Ly, in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Academy of Visual Arts (AVA), den virtuellen Friedhof entworfen.

Viele Spieler ziehen sich in Fantasiewelten zurück, in denen sie Charaktere wie etwa Kundschafter, Monster oder Magier spielen und zumeist in Gruppen Missionen erfüllen müssen.

„Alles fängt relativ harmlos an“, sagt der 27-jährige Florian Schweitzer. „Aber irgendwann passiert es, dass man drei, vier Stunden online bleibt, obwohl man sich nur eine halbe Stunde vorgenommen hat.“ Dadurch kommt es zu sozialen Schwierigkeiten wie Schulschwänzerei, Isolierung von Freunden & Bekannten oder auch Jobverlust.

Umfragen ergaben, das sich ein Onlinerollenspieler durchschnittlich 22 Stunden und mehr pro Woche in virtuellen Phantasiewelten bewegt.

Mit Hilfe von Herolymp.de können Spielsüchtige nun ein Zeichen setzen und diesem Teufelskreislauf persönlich ein Ende setzen – zumindest symbolisch. Dazu werden in einem Datenformular der Name der Spielfigur und das dazugehörige Computerspiel eingetragen. Weiterhin können die Spieler einen kleinen Nachruf hinterlassen.

Über Herolymp.de können Ratsuchende und Betroffene auch anonymen Kontakt zur Frankfurter Drogenberatungsstelle aufnehmen.

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