Urteil im Rechtsstreit um die Werbekampagne eines Radiosenders

Das Landgericht Aschaffenburg hat in seinem Urteil vom 17. März 2011 klargestellt, das der private Radiosender Galaxy, nicht gegen bestehendes Gesetz verstoßen hat. Der Radiosender aus Aschaffenburg hatte mit seiner Werbekampagne unter dem Thema: „Gewinne Deine eigene Beerdigung“ für viel Wirbel und Unverständnis in Bestatterkreisen gesorgt.

Hintergrund war die Klage des Bestatterverbandes Düsseldorf, der eine solche Art von Werbung als wettbewerbswidrig und menschenverachtend empfand. Der Kläger wollte daraufhin dem Radiosender und einem örtlichen Bestatter, der als Sponsor auftrat, die Werbeanzeige verbieten lassen.

Die Richter des LG Aschaffenburg kamen in ihrer Urteilsbegründung zu dem Schluss, dass eine derartige Werbekampagne nicht einfach wegen Verstoßes gegen den guten Geschmack verboten werden könnte. Und auch nicht, weil sie gegen das sittliche Empfinden von Teilen der Bevölkerung verstoße. Die Werbung sei demnach nicht unlauter gewesen und habe auch nicht die Menschenwürde verletzt. Vielmehr stelle die Anzeige des Radiosenders und des Bestatters eine geschäftliche Handlung dar, die die Interessen von Mitbewerbern und Verbrauchern nicht spürbar beeinträchtigt.

Derweil ging das besagte Gewinnspiel am 10. März 2011 zu Ende. Als glückliche Gewinnerin des Hauptpreises – eine Sterbegeldversicherung im Wert von 3.000 EUR – wurde eine 43-jährige Verkäuferin ausgelost.

Ob das Gewinnspiel selbst rechtens war, hatte das Gericht nicht zu entscheiden.

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