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Trauerhaus – veraltete Formulierung für Trauerfamilie

Kommt es zum Tod eines lieben Menschen bezeichnet man dies als Trauerfall, während das Haus in denen die Angehörigen zurückbleiben oftmals Trauerhaus genannt wird. Wobei es sich hier eher um eine alte Bezeichnung handelt. Auch die Friedhofskapelle in der häufig die Verstorbenen für einen letzten Abschied aufgebahrt werden, betiteln einige als Trauerhaus.

Verschiedene Phasen der Trauer durchleben Hinterbliebene in einem Trauerhaus

Nicht selten ist die erste Reaktion nach dem Tod eines lieben Menschen, dass Nicht-wahrhaben-Wollen. So mancher Angehörige verfällt im Trauerhaus in eine Art Schockzustand, um sich auf diese Weise vor dem Unvermeidlichen zu schützen. Kommt es dann zur zweiten Phase der Trauer werden viele Hinterbliebene mit ihren Gefühlen konfrontiert. Angehörige realisieren den Tod und fangen an zu trauern.

Mehrere Monate können so im Trauerhaus vergehen. Im Anschluss erfolgt dann meist die Phase des Suchens, Findens, wie Sich-trennen. Jetzt versuchen die Angehörigen sich mit dem Tod des lieben Menschen abzufinden, den Tod zu akzeptieren und sich Gefühlsmäßig von dem Verstorbenen zu distanzieren. In der letzten Phase dagegen finden die Hinterbliebenen wieder zu sich selbst zurück. Aus dem ehemaligen Trauerhaus wird wieder ein Haus des Lebens, der Freude und des Glücklich seins.

Das Trauerhaus, als Ort der Aufbahrung

Eine Trauerhalle kann ebenfalls als Trauerhaus bezeichnet werden. In diesem Fall handelt es sich um den Ort an dem der Verstorbene aufgebahrt wird, so dass die Hinterbliebenen hier am offenen Sarg Abschied von dem Verstorbenen nehmen können. So gibt es hier die offene, aber ebenso die geschlossene Aufbahrung. Bei einer offenen Aufbahrung haben alle, die den Verstorbenen kannten die Möglichkeit sich noch einmal in aller Ruhe zu verabschieden bevor dieser beerdigt wird.

Viele Angehörige entscheiden sich allerdings hierzulande für die geschlossene Aufbahrung in einem Trauerhaus bzw. in einer Trauerhalle. So wird die Trauerfeier dann vor dem offenem Sarg abgehalten. Im Anschluss daran, wird der Sarg geschlossen und der Verstorbene entweder beigesetzt oder aber ins Krematorium zur Einäscherung überführt.

Trauerkarten aus dem Trauerhaus

Hinterbliebene sorgen auch heute noch mit Hilfe von Trauerkarten dafür, dass entfernte Verwandte, Freunde, Kollegen und Bekannte über den Tod eines geliebten Menschen in Kenntnis gesetzt werden. Anders herum, werden aber ebenfalls Karten versendet, um die Anteilnahme auszudrücken.

Früher kam es nicht selten vor, dass die Kondolenz- bzw. Beileidskarte an das Trauerhaus gesendet wurde. Heute ist diese Bezeichnung auf einem Umschlag dieser Art nur noch selten zu finden. Lediglich ältere Menschen nutzen diese veraltete Bezeichnung noch. Dass es sich um einen traurigen Anlass handelt, zeigt in der Regel schon der weiße Umschlag mit dem schwarzen Rand.

Fazit: Der Begriff Trauerhaus gehört eher zur alten „Schule“. So kann diese Bezeichnung gleich mehrere Bedeutungen haben. Zum einen kann das Trauerhaus mit einer Trauerhalle gleichgesetzt werden. In diesem Fall handelt es sich nicht selten um den Aufbahrungsort des Verstorbenen, an welchem Angehörige, Freunde, Kollegen, wie Bekannte ein letztes Mal Abschied nehmen können. Außerdem kann dieser Begriff aber auch das Heim bezeichnen, in dem die Hinterbliebenen um einen lieben Menschen trauern.