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Tiere als Erben – ein zunehmend aktuelles Thema

Ständig steigende Umsätze bei Fressnapf & Co. sind nachhaltiges Indiz dafür, dass Tiere zunehmend in den Mittelpunkt menschlicher Lebensgestaltung gelangen. Insbesondere ältere Menschen machen sich vielfach Gedanken, was mit ihrem Nachlass passieren soll und dann kreisen diese Gedanken natürlich auch um den lieb gewordenen Vierbeiner, den Papagei usw.

Tiere sind nicht erbberechtigt

Meist ist es das Ziel solcher Überlegungen, ihre Tiere dahin abzusichern, dass sie nicht in einem Tierheim landen, sondern dass der Nachlass der verstorbenen Besitzer den Tieren zugute kommt. Dabei ist es dann nahe liegend, Tiere als Erbe einzusetzen. Das allerdings ist nach dem deutschen Erbrecht ausgeschlossen.

Auch wenn sie heute vom Gesetzgeber nicht mehr als Sache eingestuft sind, so fehlt ihnen gleichwohl der rechtliche Status als rechtsfähig mit der Folge, dass sie nicht über § 1923 BGB als erbfähig anerkannt werden können.


Wird also ein Tier testamentarisch als Erbe eingesetzt, so ist dies nichtig und führt nicht zum gewünschten Erfolg.

Testamentarische Auflagen als Ausweg

Diese fatalen Folgen haben zu gänzlich neuen Überlegungen geführt, denn die Erblasser möchten nicht in der Ungewissheit leben, sondern bereits zu Lebzeiten Vorsorge für das geliebte Haustier treffen. Dies kann dadurch geschehen, dass man testamentarische Verfügungen trifft.

Der heute klassische Weg ist es, dass der künftige Erblasser eine Person seines Vertrauens als Erbe oder Vermächtnisnehmer einsetzt, die dafür sorgen soll, dass es dem Tier wohl ergeht. Hierbei ist es dann gleichgültig, ob die eingesetzte Person zugleich Erbe wird oder aber einen einmalig festen oder monatlich laufenden Betrag erhält, der gleichsam als Aufwandsentschädigung gewertet wird, und im Übrigen zweckgebunden für das Tiereswohl einzusetzen ist.

Testamentsvollstrecker als Kontrollinstanz

Da man als Erblasser naturgemäß nicht kontrollieren kann, ob die testamentarischen Verfügungen eingehalten werden, bietet es sich an, eine Testamentsvollstreckung anzuordnen. Der Testamentsvollstrecker hat dann die Aufgabe zu kontrollieren, ob sich der Erbe bzw. die begünstigte Person um das Haustier des Verstorbenen kümmert.

Bei aller Sorge muss sich der künftige Erblasser auch Gedanken darüber machen, dass bestimmte Tiere äußerst alt werden können, wie beispielsweise Papageien oder Schildkröten. Bei derartigen Tieren ist es nicht auszuschließen, dass diese sogar noch diejenige Person überleben, die zu ihrer Betreuung testamentarisch bedacht wurde.

In solchen Fällen erscheint es als gangbarer Weg, einen Tierschutzverein als Erben einzusetzen, da davon auszugehen ist, dass Institutionen dieser Art in heutigen Zeiten doch recht langlebig sind.

Autor: AdvoGarant.de

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