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Testament verloren

Testament verfassen

Vielfach treten mit dem Verlust eines geliebten Menschen Fragen rund um die Erbschaft auf, häufig sogar Streit. Um dem vorzubeugen, hat der Gesetzgeber die Möglichkeit eröffnet, ein Testament zu hinterlassen. Im Regelfall sind Testamente klar und verhindern Auseinandersetzungen zwischen den Angehörigen. Darüber hinaus kann ein Testament helfen, unerwünschte Rechtsfolgen für die Hinterbliebenen zu vermeiden.

Unerwünschte Rechtsfolgen vermeiden

In einem jüngst aufgetretenen Fall war genau Letzteres beabsichtigt. Der Erblasser war vermögend, verheiratet und reich an Kindern, die die Arbeit allesamt nicht erfunden hatten. Sie lebten in bescheidenen Verhältnissen. Um sicherzustellen, dass im Falle des Todes einer der Eheleute „alles beim Alten bleiben“ sollte, hatten die Eheleute ein so genanntes Berliner Testament errichtet, in dem verfügt wurde, dass jeweils der überlebende Ehegatte die Immobilie und auch das Vermögen erhalten sollte.

Mit diesem Testament waren die Kinder (zunächst) als Erben ausgeschlossen, obwohl sie nach dem Gesetz Erben gewesen wären.

Schönheitsfehler mit bösen Folgen

In der Gewissheit, dass seine Ehefrau alleinige Erbin sein würde und das in der Ehe gemeinsam erwirtschaftete Vermögen nicht an die Kinder fallen würde, verschied der Erblasser. Für die Witwe kam allerdings ein böses Erwachen, als sie den Nachlass sichtete. Das Testament war nämlich nicht mehr auffindbar, was zur Folge hatte, dass auf einmal nun wieder die gesetzliche Erbfolge Geltung hatte.

Für die Eintragung im Grundbuch bedeutete dies z.B., dass auf einmal neben der Ehefrau auch sämtliche Kinder als Miteigentümer eingetragen werden mussten, was so jedenfalls nicht gewollt war. Ähnliche Probleme gab es auch mit der kontoführenden Bank, die einer Umstellung des ehemals gemeinsamen Ehegattenkontos auf ein Einzelkonto der hinterbliebenen Ehefrau ablehnte.

Vermeidungsstrategien

In dem hier beschriebenen Fall half der Ehefrau auch nicht, dass sie durch Zeugen nachweisen konnte, dass ein entsprechendes Testament gefertigt worden war. Wer sicherstellen möchte, dass ihm bzw. seinem Partner derart böse Überraschungen erspart bleiben, hat die Möglichkeit, das Testament beim Amtsgericht zu hinterlegen.

Autor: Joachim Höhl von AdvoGarant.de

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