Lohnt sich eine Sterbegeldversicherung für Beamte?

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, kommen auf die Hinterbliebenen eine Reihe von Behördengängen und Erledigungen zu. Die Vorbereitung der Bestattung nimmt dabei einen entscheidenden Anteil ein – auch in finanzieller Hinsicht. Für Beamte des öffentlichen Diensts gibt es das sogenannte Sterbegeld. Doch reicht dieser Betrag aus, um die gewünschte Bestattungsform des Hinterbliebenen umzusetzen? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche gesetzlichen Regelungen es zum Sterbegeld für Beamte gibt und wie hoch die Kosten einer Beerdigung sein können.

Die gesetzliche Grundlage: das Beamtenversorgungsgesetz (BeamtVG)

In Deutschland arbeiten etwa 1,84 Millionen Menschen als Staatsdiener für die öffentliche Hand. Daraus ergeben sich besondere Ansprüche, die im BeamtVG geregelt sind. Im Todesfall etwa greift die sogenannte Hinterbliebenenversorgung, die sich aus mehreren Bausteinen zusammensetzt:

  • Bezüge für den Sterbemonat
  • Sterbegeld
  • Witwen-/Witwergeld
  • Waisengeld
  • Unterhaltsbeitrag

Im Speziellen soll es nun um das Sterbegeld gehen. Dabei handelt es sich um einen einmalig gezahlten Betrag, der zwei Monatsbezügen beziehungsweise Ruhegehältern entspricht. Jeder Beamte auf Lebenszeit, Beamte auf Zeit, Beamte auf Probe – sofern der Todesfall infolge einer Dienstbeschädigung eintritt – sowie Ruhestandsbeamte hat einen Anspruch auf Sterbegeld. Gerade wenn Ihr Verdienst als Beamter eher gering ist, kann die finanzielle Belastung für Ihre Angehörigen mitunter sehr hoch sein. Schließlich kostet eine Bestattung bis zu mehrere tausend Euro.

Die finanzielle Seite: Aufwendungen für das Bestattungsunternehmen

Bei einer Bestattung fallen Ausgaben in unterschiedlichen Gebieten an. So gibt es die Kosten für den Bestatter, der den Leichnam abholt und für die Bestattung vorbereitet, Behördengänge erledigt und auf Wunsch auch die Trauerfeier organisiert. Wie viele Dienstleistungen von ihm übernommen werden sollen, hängt von den individuellen Kapazitäten und Möglichkeiten der Hinterbliebenen ab.

Die Preise und Services variieren auch sehr stark zwischen den Unternehmen. Ein Vergleich lohnt sich deshalb – nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch bezüglich des Vertrauensverhältnisses: Fühlen Sie sich in der gewählten Einrichtung gut aufgehoben und verstanden? Schließlich erleben Sie als Hinterbliebener gerade eine schwierige Zeit und hoffen auf bestmögliche Unterstützung.

Unterschiedliche Bestattungsformen

Die gewählte Bestattungsform hat ebenfalls einen Einfluss auf die Höhe der Kosten. Grundsätzlich lassen sich zwei Formen unterscheiden: die Erdbestattung und die Feuerbestattung. Bei der ersten Variante wird der Leichnam in einem Sarg beerdigt, bei der zweiten wird der Verstorbene eingeäschert. Seine Überreste können in einer Urne (Urnenbestattung), auf dem Wasser (Seebestattung) oder im Wurzelbereich eines Baums (Baumbestattung) bestattet werden.

In Deutschland herrscht Friedhofszwang, das heißt alle Verstorbenen dürfen nur auf einem Friedhof beerdigt werden. Die einzige Ausnahme bildet die Seebestattung – sie ist auf der Nord- und Ostsee möglich. In anderen Ländern Europas sind weitere Bestattungsformen möglich, etwa die Luftbestattung in Frankreich, die Almwiesenbestattung in der Schweiz oder die Weltraumbestattung in Russland. Wie hoch die Kosten für die jeweilige Bestattungsart liegen, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem von der Region, dem Leistungsumfang und den Friedhofsgebühren. Durchschnittlich bewegen sie sich zwischen 700 und 5.500 Euro.

Weitere Aufwendungen für Behördengänge, Trauerfeier und Blumenschmuck

Wenn ein Mensch stirbt, müssen seine Angehörigen mehrere Behördengänge durchführen. Hierzu zählen etwa die Ausstellung der Sterbeurkunde beim Standesamt, die Schließung von Konten und Verträgen oder die Beantragung des Erbscheins beim Amtsgericht. Für viele dieser Verwaltungsakte fallen Gebühren an, die sich letztlich zu größeren Beträgen summieren. Zur Bestattung und Trauerfeier kommen Familie, Freunde, (ehemalige) Kollegen und Bekannte, die bewirtet werden müssen. Eine Traueranzeige in einer Zeitung kostet ebenfalls Geld.

Zum Schluss möchten die engsten Angehörigen dem Verstorbenen oftmals einen letzten Blumengruß auf den Weg schicken. Die Aufwendungen für den Trauerkranz und den Sargschmuck summieren sich zu allen anderen Beträgen hinzu. Zusammengerechnet liegen also die Gesamtkosten für eine Beerdigung in Deutschland heutzutage bei durchschnittlich 6.000 bis 7.000 Euro.

Eine Sterbegeldversicherung als finanzielle Vorsorge?

Dem Sterbegeld für Beamte in Höhe von zwei Monatsbezügen beziehungsweise Ruhegehältern stehen also die Kosten in Höhe von 6.000 bis 7.000 Euro für die gesamte Bestattung gegenüber. Wenn dem Beamten klar ist, dass die Differenz zwischen beiden Beträgen zu hoch ist, kann sich der Abschluss einer Sterbegeldversicherung lohnen. Hierzu gibt es verschiedene Anbieter auf dem Markt, die sich in ihren Bedingungen unterscheiden.

Bei einigen kann eine Bestattungsvorsorge vereinbart werden: Sie können vor Ihrem Tod festlegen, wie Ihre Bestattung ablaufen soll und das Versicherungsunternehmen beauftragt im Todesfall das von Ihnen gewählte Bestattungsinstitut mit der weiteren Organisation. So können Sie sich sicher sein, dass Ihr letzter Weg derjenige ist, den Sie sich immer vorgestellt haben. In finanzieller Hinsicht können Sie einen Vertrag über eine bestimmte Summe abschließen, die im Todesfall an Ihre Hinterbliebenen ausgezahlt wird. Diese kann beispielsweise zwischen 3.000 und 15.000 Euro liegen.

In jedem Fall können Ihre Angehörigen, sofern Sie Beamter des öffentlichen Dienstes sind beziehungsweise waren, das Sterbegeld nach BeamtVG beantragen. Hierfür ist die jeweilige Versorgungskasse zuständig. Im Zweifelsfall kann auch die Behörde, Körperschaft oder Stiftung Auskunft geben, bei der Sie zuletzt beschäftigt waren. Der ausgezahlte Betrag fällt unter das Einkommenssteuergesetz und muss von Ihren Angehörigen, zumeist Ehepartner und/oder Kinder, entsprechend versteuert werden.

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