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Sterbebilder: Gestaltungsmöglichkeiten der Gedenkzettel

Sterbebilder werden auch Toten-, Leichen- oder Gedenkzettel genannt. Sie werden traditionell im Rahmen von katholischen Begräbnismessen an die Trauergemeinde verteilt. Es gibt verschiedenste Designs, die unter anderem den Zeitgeist, den Geschmack der Hinterbliebenen oder der Persönlichkeit des Verstorbenen Ausdruck verleihen.

Der geschichtliche Hintergrund der Sterbebildchen

Die Tradition der Leichenzettel scheint auf des 17. Jahrhundert zurückzugehen. Der älteste Totenzettel, der derzeit bekannt ist, stammt aus dem Jahr 1663. Er wurde zu Ehren der verstorbenen Nonne Katharina Balchem verfasst. Dass das Sterbebild einer Geistlichen gewidmet ist, weist auf den Ursprung der Totenzettel hin. Sie scheinen aus katholischen Gebetsverbrüderungen zu stammen und sich von dort unter anderem auf das bäuerliche Umfeld ausgebreitet zu haben. Der älteste, überlieferte bäuerliche Sterbezettel ist fast 100 Jahre jünger als der Klösterliche. Er widmet sich dem 1759 verstorbenen Franciscus Koch aus Desdorf.

Der Brauch der Sterbezettel war im gesamten katholischen Europa verbreitet. Er diente dazu das Ableben der Person und die Trauer öffentlich zu machen. Bis in die 1980er Jahre wurde traditionell bei den Totenmessen die kleinen Gedenkbildchen verteilt. In der Zwischenzeit nimmt der Brauch immer weiter ab, obwohl die kleinen Dokumente eine schöne Erinnerung an die Verstorbenen darstellen.

Traditionelle Gestaltung der Totenzettel

Im Laufe der Jahre haben sich das Design und der Umfang der Sterbezettel stark verändert. Zum Ende des 17. und Beginn des 18. Jahrhunderts wurden die wichtigsten Stationen im Leben des Verstorbenen sorgfältig auf den Dokumenten aufgereiht.

Ein Großteil der Gedenkzettel wurde seit jeher gedruckt. Einige Exemplare wurden durch handschriftliche Vermerke ergänzt. Je nach Inhalt nahmen die Dokumente mit einer Höhe von 42 cm und einer Breite von 58 cm teilweise die Ausmaße von kleinen Plakaten an. Gebräuchlicher waren und sind aber kleinere Format beispielsweise mit den Maßen 11 x 9 cm. Diese lassen sich unter anderem unkomplizierter im Gebetsbuch aufbewahren.

Anfänglich wurde dickeres Hadernpapier benutzt, das ab dem 19. Jahrhundert immer dünner wurde. Besonders edle Totenzettel wurden auf Seide gedruckt. Neben den Lebensdaten des Verstorbenen prägten Zitate, Bilder und Zeichnungen die Dokumente.

Aktuelles Design der Sterbezettel

Typische Sterbezettel sind gefaltete Klappkarten. Außen befindet sich ein Motiv, dass entweder nur die Vorderseite oder beide Außenseiten ziert. Im Inneren erinnert ein schönes Bild an den Verstorbenen. Zudem können die Hinterbliebenen dort Geburts- und Todesdatum sowie die jeweiligen Orte lesen. Ein kleines Zitat, das kirchlichen oder weltlichen Ursprungs sein kann, ist in der Regel ebenfalls angebracht. Wer die Trauerkarten und Sterbebilder online bestellt, kann diese meist individuell gestalten und hat gleichzeitig eine stilvolle Vorselektion.

Die Papiersorten der Gedenkzettel

Es existieren verschiedenste Papiersorten, von denen sich einige besonders für die Gestaltung von Sterbezetteln eignen. Wichtig ist, dass die Oberfläche möglichst wenig Struktur besitzt, damit das Foto des Verschiedenen gut zur Geltung kommt. In der Regel werden folgende Materialien verwendet:

  • Bilderdruckpapier mit etwa 150 g/m²
  • Feinstpapier mit etwa 170 g/m²

Ein Material, das sehr hochwertig wirkt, ist Leinenkarton. Er hat eine auffällige Struktur und dadurch eine edle Haptik. Gleichzeitig ist das Anbringen von Bildern problemlos möglich. Meist wird allerdings für Sterbezettel auf die günstigeren, oben genannten Sorten zurückgegriffen. Ob die Oberfläche matt oder glänzend gestaltet wird, bleibt dem Geschmack der Angehörigen überlassen.

Würdevolle Zitate für die Trauerbildchen

Dadurch, dass es sich bei den Sterbebildern um kleinformatige Dokumente handelt, werden kürzere Zitate verwendet. Hier ist eine kleine Auswahl von christlichen Versen:

  • „Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Lebens.“ Franz von Assisi
  • „Ihr habt jetzt Trauer, aber ich werde Euch wiedersehen und Euer Herz wird sich freuen.“ Johannes 16,22
  • „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.“ Johannes 11,25
  • „Haltet mich nicht auf, denn Gott hat Gnade zu meiner Reise gegeben.“ Mose 24,56
  • „Der Herr hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf all deinen Wegen, dass sie dich auf Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.“ Palm 91,11-12

Motiv-Auswahl für Sterbebilder

Die Gedenkzettel werden im Rahmen des Gottesdienstes verteilt, weshalb häufig religiöse Motive wie das Kreuz, Engel oder zum Gebet gefaltete Hände für die Gestaltung verwendet werden. Alternativ sind auch Naturmotive wie Herbst- und Winterlandschaften, Bäume, Blätter und Blumen sehr beliebt. Rosen spiegeln Liebe und Leidenschaft wider. Ein Schmetterling kann die Transformation versinnbildlichen.

Unabhängig davon für welches Design und welchen Inhalt Sie sich bei den Sterbebildern entscheiden, das ganze sollte ein stimmiges Gesamtbild ergeben und dem Charakter der verstorbenen Person entsprechen.