Sonderurlaub beantragen bei einem Todesfall

Man hat Anspruch auf Sonderurlaub bei einer Hochzeit, einem Umzug oder einer Geburt. Doch auch wenn jemand aus der Familie verstorben ist, wird von dem Arbeitgeber Sonderurlaub gewährt, bzw. kann von dem Arbeitnehmer in Anspruch genommen werden. Der Grund sind nicht nur die emotionalen Belastungen, denen man ausgesetzt ist, sondern auch die Herausforderung für die Organisation der Bestattung und aller Formalitäten, die zu tätigen sind.


Dieses alles zu bewältigen neben dem normalen Arbeitsalltag ist schwierig. Den Sonderurlaub „Todesfall, kann man nur in Anspruch nehmen, wenn ein Sterbefall in der Familie vorliegt, bzw. der Verstorbene ein enger Verwandter ist. Wichtig ist, dass man sich darüber im Klaren ist, das der Anspruch auf Urlaub bei einem Todesfall innerhalb der Familie zeitlich sehr begrenzt ist, das ist nachzulesen im Paragraphen 616 des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch).

Es gibt eine genaue Definition.

Laut gesetzt heißt es das nur den nächsten Verwandten der Sonderurlaub „Todesfall“ zusteht. Dazu gehören beispielsweise die Schwiegereltern, Großeltern, Geschwister, Kinder und die eigenen Eltern. Auch der Ehepartner fällt selbstverständlich darunter, sowie die Ehe ähnlichen Partner oder Lebenspartner.

Doch auch Pflegekinder, Enkelkinder oder Adoptivkinder werden zu den nächsten Verwandten gezählt. Der Sonderurlaub „Todesfall“ beträgt in der Regel bei einem Todesfall in der Familie ein bis zwei Tage, kann aber sogar bei Ausnahmefällen bis zu zwei Wochen betragen, wenn der Arbeitnehmer mehr als ein Jahr im Betrieb angestellt ist. Jedoch sieht das Gesetz keine Verlängerung des Sonderurlaubes vor, auch wenn eine besonders hohe emotionale Belastung vorliegt.

Es ist allerdings möglich, mehr Urlaub zu beantragen, wenn ein Todesfall eingetreten ist und der Sonderurlaub nicht ausreicht. Dafür muss dann der reguläre Urlaub genutzt werden, wobei die Voraussetzung ist, dass diese „Verlängerung“ von dem Arbeitgeber genehmigt wird. Hier ist anzumerken, dass der Arbeitgeber nicht verpflichtet ist, dem Antragsteller mehr Urlaub zu genehmigen, als vom Gesetz vorgeschrieben, wenn ein Todesfall eintritt.


Sonderurlaub Todesfall

Sonderurlaub Todesfall
Sonderurlaub Todesfall

Wie viele Tage Sonderurlaub einem Arbeitnehmer bei einem Todesfall in der nahen Verwandtschaft zusteht, wird in den Tarifverträgen geregelt. Der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TvöD) sieht zum Beispiel als Sonderurlaub Todesfall zwei Tage Arbeitsbefreiung mit Lohnfortzahlung bei dem Tod des Ehegatten, eines Kindes oder eines Elternteils vor.

-> Sonderurlaub Todesfall


Ansprüche im Todesfall auf Sonderurlaub

Beantragt man einen Sonderurlaub aufgrund eines Sterbefalles in der Familie, hat dies allerdings nur für die nächsten Verwandten Gültigkeit. Des Weiteren sollte man darüber Bescheid wissen, dass der Urlaubsanspruch bei einem Sterbefall in der Familie in Hinsicht auf die Zeit besonders stark eingegrenzt ist. Genaueres ist im Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches nachzulesen.

-> Ansprüche auf Sonderurlaub im Todesfall

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Ein Kommentar

  1. Obwohl der Sonderurlaub im Todesfall dem Arbeitnehmer gesetzlich zusteht, muss er doch beantragt und vom Arbeitgeber genehmigt werden. Dieser Antrag sollte schriftlich an die Personalabteilung erfolgen und den Grund für den Sonderurlaub sowie den gewünschten Zeitraum enthalten. Unterlässt der Arbeitnehmer es, einen Antrag auf Sonderurlaub zu stellen, sondern bleibt ohne Information oder Begründung einfach seinem Arbeitsplatz fern, so kann dies einen Grund für ein fristlose Kündigung darstellen.

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