Prominente Trauerfälle: Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief

Geboren: 24. Oktober 1960
Gestorben: 21. August 2010

Der Theater- und Opernregisseur, Christoph Schlingensief, ist tot. Er starb am 21. August 2010, im Alter von 49 Jahren in Berlin.

Schlingensief wurde am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geboren. Der Vater war Apotheker und die Mutter Kinderkrankenschwester. Nach dem Abitur studierte Schlingensief Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte und begann seine Karriere als Filmregisseur.

In der Zeit von 1986 bis 1992 produzierte Schlingensief Spielfime wie, 100 Jahre Adolf Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker (1989), Das deutsche Kettensägenmassaker (1990) und Terror 2000 (1992)).

Seine Karriere als Theaterregisseur begann Schlingensief 1993 mit dem Stück 100 Jahre CDU – Spiel ohne Grenzen an der Volksbühne Berlin. Seit 2004 folgten Operninszenierungen in Bayreuth und Manaus.

Von 2004 bis 2007 gab er sein spektakuläres Debüt als Opernregisseur bei den Bayreuther Festspielen mit Richard Wagners „Parsifal”. Es folgten „Der fliegende Holländer“ (2007), „Mea Culpa“ (2009) und „Metanaoia“ (2010).

Es gab aber auch Schattenseiten des Künstlers. 1997 wurde er bei seiner Kunstaktion Mein Filz, mein Fett, mein Hase auf der documenta X in Kassel von der Polizei festgenommen, da er ein Schild mit der Aufschrift „Tötet Helmut Kohl“ verwendete.

Anfang 2008 bekam Christoph Schlingensief die Diagnose Lungenkrebs. Daraufhin wurde dem Regisseur der linke Lungenflügel entfernt. Aber noch im selben Jahr wurden in der verbliebenen rechten Lunge neu entstandene Metastasen diagnostiziert.
Seine Verzweiflung, seine Wut, die Todesangst, aber auch seine Hoffnung hatte er seit der Schockdiagnose in ein Diktiergerät gesprochen – die Aufzeichnungen fasste er in einem Buch zusammen – „So schön wie hier kann’s im Himmel gar nicht sein“.

Am 1. August 2009 heiratete Christoph Schlingensief seine langjährige Lebensgefährtin, die Kostümbildnerin Aino Laberenz.

Christoph Schlingensief erhielt viele Auszeichnungen für seine Arbeit als Regisseur und Autor, wie z.B. den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen (1986), Förderpreis zum Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr (1988), Hörspielpreis der Kriegsblinden (2003), Filmpreis der Stadt Hof (2005), Berliner Bär (BZ-Kulturpreis) (2009), Nestroy-Theaterpreis-Nominierung für die Beste Regie von Mea Culpa. Eine ReadyMadeOpr (2009) und den Helmut-Käutner-Preis (2009).

Wann eine Trauerfeier/ Bestattung für Christoph Schlingensief stattfindet, ist noch nicht bekannt.

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5 Feedback

  1. angelika leitzke

    Wissen Sie, wann die offizielle Beerdigung von Schlingensief in Berlin stattfindet? Würde gerne kommen, da ich mit ihm zusammen studiert habe in München.

  2. Leider liegt uns dafür noch keine Information vor.

  3. oliver berger

    wissen sie wo genau christoph schlingensief beigesetzt wird.

  4. Leider können wir Ihnen das auch nicht sagen. Laut dpa soll C.Schlingensief im engsten Familienkreis bestattet werden. Vermutet wird, das es eine Trauerfeier in Berlin geben wird und die Urne zu einem späteren Zeitpunkt in Burkina Faso beigesetzt werden soll.

  5. Die Asche des verstorbenen Regisseurs und Aktionskünstlers Christoph Schlingensief soll im Meer verstreut werden. Wie der zuständige Pfarrer Michael Dörnemann dem Nachrichtenmagazin „Focus“ sagte, soll der Leichnam des 49-Jährigen zunächst in seine Heimatstadt Oberhausen übergeführt und dann verbrannt werden. Schlingensief, der am vorletzten Samstag in Berlin an Krebs starb, wurde in Oberhausen getauft und war dort auch zwölf Jahre lang Messdiener. Dörnemann berichtete, dass er in den letzten Monaten vor seinem Tod mit dem Künstler über dessen Abschied gesprochen habe. Der Pfarrer habe ihn kennengelernt, nachdem Schlingensiefs Vater 2007 gestorben war. „Zusammen mit seiner Familie standen wir am Totenbett und beteten“, berichtete Dörnemann im Gespräch mit dem Münchner Nachrichtenmagazin. (bild.de)