Mietvertrag kündigen im Todesfall – Rechte und Pflichten

Ein Mietvertrag endet mit dem Ableben – so könnte zumindest die gängige Meinung lauten. In Wirklichkeit sieht das BGB aber eine andere Regelung zum Schutz der Vermieter und unter Umständen auch des Mieters vor. Das Mietverhältnis besteht also laut des Bundesgesetzbuches über den Sterbefall hinaus und muss unter Umständen zumindest für die Dauer der gesetzlichen Kündigungsfrist von den Erben weiter übernommen werden.

Wie lang muss man noch Miete zahlen bei Todesfall?

Stirbt ein Mieter einer Wohnung gilt hier in den meisten Fällen ein Sonderkündigungsrecht. Genauer gesagt, heißt das, dass die Wohnung innerhalb eines Monats gekündigt werden kann. So wird die Wohnung nach der gesetzlichen Frist von drei Monaten an den Vermieter übergeben. Zumal auch der Vermieter ein Sonderkündigungsrecht im ersten Monat nach Kenntnisnahme des Todesfalls hat, wenn es schwerwiegende Gründe für eine Kündigung des Mietvertrages gibt.

Stirbt also der Mieter einer Wohnung ist sowohl der Erbe, als auch der Vermieter berechtigt, das Mietverhältnis innerhalb eines Monats zu kündigen, nachdem es zum Tod des Mieters gekommen ist.

Wer darf im Todesfall Verträge kündigen?

Bei Todesfall eines geliebten Menschen werden zahlreiche Verträge, wie Mietverträge, Internet-, wie Telefonanschuss und Ähnliches nun einmal nicht mehr gebraucht und doch laufen diese meist einfach weiter, wenn man sie nicht kündigt. Schließlich gehen auch solche Verträge auf den Erben über. Wer sich nicht rechtszeitig um diese Angelegenheit kümmert, muss als Erbe damit rechnen, dass Kosten auf ihn zukommen.

Lediglich Vertragsvereinbarungen, bei denen nur der Verstorbene selbst die Leistungen erbringen kann, zum Beispiel, beim Arbeitsvertrag oder Vereinsmitgliedschaften und Ähnliches kündigen sich buchstäblich mit dem Tod von selbst. Demnach darf der Erbe im Todesfall die Verträge kündigen, denn dieser erbt nicht nur gegebenenfalls ein Vermögen, sondern ebenso laufende Mietverträge und Ähnliches.

Kann man die Wohnung der verstorbenen Mutter oder Vater übernehmen?

Hat der Sohn oder die Tochter mit der verstorbenen Mutter oder dem verstorbenen Vater in einer Wohnung gelebt oder aber wollen diese als Erbe übernehmen, läuft der Anspruch über die sogenannten Eintrittsberechtigten. Diese sind in der absteigenden Reihenfolge der Ehepartner, Lebenspartner  und/oder Kinder, andere Verwandte, sowie verschwägerte Angehörige, aber ebenso die Erben.

Durch diese besondere Regel wird dann der Mietvertrag mit dem Verstorbenen automatisch hinfällig, denn der Eintrittsberechtigte tritt jetzt ein und das ganz unabhängig davon, ob die Wohnung übernommen werden soll oder nicht.

Ist hingegen eine Weiternutzung von Sohn oder Tochter erwünscht, wird der Vertrag der Mietwohnung einfach umgeschrieben. Wird die Wohnung hingegen abgelehnt, können jetzt andere, die ebenfalls in diesem Haushalt mit dem Verstorbenen gelebt haben ihre Nutzungsrechte geltend machen. Bedeutend ist hierbei, dass bei einer bestätigten Übernahme sämtlich ausstehenden Verbindlichkeiten der Wohnung auf den Erben übertragen werden.

Fazit: Kommt es zum Tode eines geliebten Menschen  gilt es sich nur der Trauerbewältigung zu widmen, denn es gibt ebenso zahlreiche Formalitäten zu erledigen. Unter anderem muss im Todesfall der Mietvertrag gekündigt werden, wenn die Wohnung nicht übernommen werden soll. Im Todesfall greift hier ein Sonderkündigungsrecht, so dass die Wohnung innerhalb eines Monats gekündigt werden kann. Dieses Recht kann aber nicht nur der Erbe in Anspruch nehmen, sondern auch der Vermieter.

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