Kann man das Erbe ausschlagen?

Wer ein Erbe ausschlagen möchte, muss hierzu eine Erklärung abgeben, die sich Erbausschlagung nennt. In diesem Dokument gibt man zu Protokoll, dass man sämtliche Pflichten und Rechte am Erbe ablehnt. Dies sollten grade die Menschen machen, deren Verwandter zu Lebzeiten einiges an Schulden aufgehäuft hat. Denn die Erben bekommen nicht nur das Geld, welches dem Verstorbenen gehörte, sondern auch dessen Schulden.

Hat niemand eine Erbausschlagung binnen 6 Wochen gestellt, geht das Vermögen sowie die Schulden automatisch und unanfechtbar auf die Erben oder den Erben über. Hat man jedoch eine Erbausschlagung eingereicht und es wird erst danach bekannt, dass der Verstorbene noch Besitztümer hatte, von denen der Erbe nichts wusste, kann dieser unter Berufung auf die Gründe die Ausschlagung zurücknehmen. Ein Richter wird diesem Antrag dann entweder stattgeben, oder aber nicht.

Verschuldung des Verstorbenen

Wie bereits erwähnt, kann ein Verstorbener auch verschuldet gewesen sein. Daher gehören nicht nur Gegenstände, Konten und Wertpapiere zum Erbe dazu, sondern auch die Schulden. Oftmals ist jedoch nicht die Restschuld eines Kredites der Grund das Erbe auszuschlagen, sondern auch private Motive. Ist der Verstorbene nicht so arg verschuldet, reicht es häufig einen Nachlassverwalter einzusetzen, oder aber man geht in die Nachlassinsolvenz, dies bietet den Nachfahren die Chance, noch ein wenig Erbe einzustreichen und die Schulden abzutragen. All das wird für die Erben dann von einem objektiven Menschen geregelt. Er setzt sich unter anderem mit den Banken und anderen Gläubigern auseinander und versucht das Beste herauszuholen. Dies geschieht unter anderem, indem Vergleiche geschlossen werden.

Kinder als Erben

Natürlich kann auch ein Kind zum Erben erklärt werden, dann muss jedoch die Person, der das Sorgerecht obliegt, über den Antritt oder die Ausschlagung des Erbes entscheiden. Liegt das Sorgerecht sowohl bei der Mutter, als auch beim Vater, so müssen beide gemeinsam eine Entscheidung fällen. Es gibt Fälle, in denen bei einer Ausschlagung auch das Familiengericht befragt werden muss.

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