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Italiens Bischöfe fordern neue Regeln für die Feuerbestattung

In Italien regt sich unter den italienischen Bischöfen Widerstand, gegen die Verstreuung der Asche bzw. des Aufstellens der Urne zu Hause. Nun wollen die Bischöfe auf einer Sonderversammlung am 09/11/2009 in der Stadt Assisi neue Regeln für Bestattungen veröffentlichen. Die neuen Beschlüsse sollen Katholiken auch weiterhin Feuerbestattungen erlauben, die Asche soll jedoch nicht verstreut werden. Weiterhin soll die Aufbewahrung der Urne mit der Asche des Verstorbenen, verboten sein.

Dem Widerstand der Bischöfe geht eine lange Geschichte voraus: Die Feuerbestattung wurde von der Kirche lange Zeit strikt abgelehnt und der Vatikan erließ vor ca. 100 Jahren sogar ein ausdrückliches Verbot. Im Jahre 1963, wurde dieses Verbot aber wieder aufgehoben. Die leibliche Auferstehung sei bei einer Verbrennung ebenso möglich wie bei einer natürlichen Verwesung, hieß es damals.

„Die italienischen Bischöfe befürchten nun wieder die Verbreitung eines neuheidnischen Geistes, der die Aschenverstreuung als Union des Verstorbenen mit dem ‚großen Geist‘ der Mutter Erde betrachtet“, berichtete die römische Tageszeitung „La Repubblica“. Auch die Bewahrung einer Urne mit den Aschen des Verstorbenen wird als „Privatisierung und Banalisierung“ des alten Rituals bewertet, den Toten zum Friedhof zu begleiten und den Abschied der Gemeinschaft zu zelebrieren. Der Theologe Enzo Bianchi bezeichnete den Beschluss vieler Familien, Urnen mit Aschen von Verstorbenen zu Hause zu bewahren, als „Fetischismus“.

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