Halbwaisenrente beantragen – das ist zu beachten

Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und von denen ein unterhaltspflichtiger Elternteil verstorben ist, können eine Halbwaisenrente beantragen. Die Besteuerung erfolgt so wie bei Altersrenten, sodass auch für die Kinder Steuern fällig werden. Das ist aber kein Grund zur Sorge, denn es gibt einen hohen Freibetrag. Damit Anspruch auf eine Halbwaisenrente besteht, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Halbwaisenrente beantragen – das ist zu beachten
Halbwaisenrente beantragen – das ist zu beachten

Unterschied zwischen Halbwaisen- und Vollwaisenrenten

Kinder, von denen einer oder beide Elternteile verstorben sind, haben Anspruch auf eine Waisenrente. Diese Waisenrente wird bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt. Sie kann aber auch unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise, wenn sich das Kind in der Ausbildung oder im Studium befindet, noch bis zum 27. Lebensjahr gezahlt werden.

Die Halbwaisenrente beträgt 10 Prozent der Versichertenrente, auf die der verstorbene Elternteil Anspruch gehabt hätte. Sie wird gezahlt, wenn ein Elternteil noch lebt. Sind beide Eltern verstorben, wird eine Vollwaisenrente gezahlt. Sie beträgt 20 Prozent der Versichertenrente des verstorbenen Elternteils. Hatte der verstorbene Elternteil ein bestimmtes Lebensjahr noch nicht vollendet, wird die Waisenrente gekürzt. Bezieht das Kind schon ein Einkommen, wird es nicht auf die Waisenrente angerechnet. Die Waisenrente muss so wie eine Altersrente versteuert werden, doch gibt es einen Halbwaisenrente Freibetrag, der für 2022 bei 10.347 Euro liegt. Da die Waisenrente meistens unter diesem Freibetrag liegt, werden nur in wenigen Fällen Steuern fällig.

Voraussetzungen für die Halbwaisenrente

Die Halbwaisenrente ist eine Hinterbliebenenrente. Nicht nur biologische Kinder, sondern auch

  • Stiefkinder,
  • Pflegekinder,
  • Adoptivkinder,
  • Enkel

des Verstorbenen haben Anspruch darauf, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Bei Enkeln oder Stiefkindern muss beispielsweise ein Aufsichts-, Erziehungs- und Betreuungsverhältnis vorgelegen haben. Verstirbt von einem nicht ehelichen Kind der Vater, muss es sich um den leiblichen Vater handeln oder der Vater muss zu seinen Lebzeiten die Vaterschaft anerkannt haben. Grundvoraussetzung, damit eine Halbwaisenrente gezahlt werden kann, ist, dass der Verstorbene mindestens fünf Jahre lang Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung geleistet hat. War der Verstorbene Berufseinsteiger, da seine Ausbildung weniger als sechs Jahre zurückliegt, spielt die Anwartschaft keine Rolle. Bei Tod durch Arbeitsunfall entfällt die Wartezeit. Das Kind muss keine Halbwaisenrente beantragen, da die gesetzliche Unfallversicherung dafür zuständig ist.

Beantragung der Halbwaisenrente

Ist das Kind minderjährig, muss in der Regel der noch lebende Elternteil die Halbwaisenrente beantragen. Wurde ein Vormund für das Kind benannt, ist dieser für die Beantragung der Halbwaisenrente zuständig. Die Halbwaisenrente wird nicht an das Kind selbst, sondern an den Erziehungsberechtigten ausgezahlt. Kinder, die das 15. Lebensjahr vollendet haben, können selbst eine Halbwaisenrente beantragen. Der Antrag auf Halbwaisenrente wird an die Deutsche Rentenversicherung gestellt. Nur bei Tod des Elternteils durch Arbeitsunfall muss die Halbwaisenrente nicht beantragt werden. Die gesetzliche Unfallversicherung kümmert sich um die Zahlung der Halbwaisenrente.

Wie wird die Halbwaisenrente beantragt?

Antragsformulare für die Halbwaisenrente sind online verfügbar. Der ausgefüllte Antrag wird zusammen mit der Sterbeurkunde des Elternteils und der Geburtsurkunde des Kindes elektronisch bei der Deutschen Rentenversicherung gestellt oder persönlich dort abgegeben. Zusätzlich kann das Kind einen Nachweis der Ausbildung oder des Bundesfreiwilligendienstes vorlegen. Das kann sich positiv auf die Höhe der Halbwaisenrente auswirken. Es ist sinnvoll, den Antrag unmittelbar nach Eintritt des Todesfalles zu stellen.

Bis wann gilt die Halbwaisenrente?

Der Bezug der Halbwaisenrente endet mit dem Eintritt der Volljährigkeit des Kindes, also zu dessen 18. Geburtstag. Befindet sich das Kind noch in der Ausbildung oder im Studium, kann es einen Antrag auf Weiterzahlung stellen. Es kann dann die Halbwaisenrente noch bis zum Abschluss von Ausbildung oder Studium bekommen. Die Halbwaisenrente kann maximal nur bis zum 27. Lebensjahr gezahlt werden.

Fazit

Die Halbwaisenrente wird für Kinder gezahlt, von denen ein Elternteil verstorben ist. Sie sollte unmittelbar nach Eintritt des Todesfalles beantragt werden. Auf die Halbwaisenrente gilt ein hoher Steuerfreibetrag, sodass nur in seltenen Fällen Steuern zu zahlen sind. Die Halbwaisenrente wird bis zum vollendeten 18. Lebensjahr gezahlt, doch kann sie bei Ausbildung oder Studium des Kindes noch maximal bis zum 27. Lebensjahr gezahlt werden.

⇓ Weiterscrollen zum nächsten Beitrag ⇓


Schaltfläche "Zurück zum Anfang"