Wie hoch ist der Erbschaftssteuer Freibetrag?
Wie hoch ist der Erbschaftssteuer Freibetrag?

Erbschaftssteuer Freibetrag

So wie die Erbschaftssteuer heute angewandt wird, gibt es sie bereits seit dem Jahr 1906. Demnach wurden diese bereits im Deutschen Reich eingeführt. Seither hat sich aber natürlich hinsichtlich der Regelungen einiges geändert. Wer im Erbfall wie viele Steuern zahlen muss, hat sich seither gewandelt. Inzwischen sind, zum Beispiel, Ehepartner, sowie eingetragene Lebenspartner in Sachen Erbrecht gleichgestellt worden.

Doch geht es ums Prinzip basiert das Erbschaftssteuergesetz auch heute noch auf den gleichen Prämissen, wie damals. Kommt es somit zu einem Erbfall wird dieser als Vermögenszuwachs angesehen. Wie jedes andere Einkommen muss dieses demzufolge auch versteuert werden. Damit das Ableben eines nahen Verwandten aber nicht gleich zur enormen finanziellen Belastung wird, gelten je nach Grad der Verwandtschaft unterschiedliche Steuersätze, wie Freibeträge.

Sind Kinder oder auch Partner des Toten außerdem auf dessen finanzielle Unterstützung angewiesen, können zusätzliche Versorgungsbeiträge geltend gemacht werden.

Was genau sind Versorgungsbeiträge?

Für den Ehegatten oder Lebenspartner gibt es Versorgungsbeiträge. Diese betragen 256.000 Euro. Wobei dieser Beitrag allerdings gesenkt werden kann, wenn der Hinterbliebene eine Witwen- oder Betriebsrente bekommt, für die keine Erbschaftssteuer gezahlt werden muss. Anhand der voraussichtlichen Dauer der Bezüge wird der Rentenwert ermittelt und der Versorgungsbeitrag um diesen dann gemindert.

Bei Kindern hingegen gelten andere Versorgungsfreibeträge, denn diese sind dem Kindesalter zum Zeitpunkt des Ablebens entsprechend gestaffelt. Bis zu einem Alter von fünf Jahren wird somit ein Beitrag von 52.000 Euro freigestellt. Danach senkt sich dieser Beitrag alle fünf Jahre um 10.000 Euro. Junge Erwachsene zwischen 20 und 27 Jahren können somit lediglich einen Versorgungsbeitrag von 10.300 Euro erhalten, wenn sie nicht über eigene Versorgungsbezüge, wie Waisenrente und Ähnliches verfügen.

Welche Freibeträge gelten bei der Erbschaftssteuer?

Auch bei der Erbschaftssteuer gibt es aber noch Freibeträge, die unabhängig vom eigenen Vermögen, sowie unabhängig von erhaltenen Hinterbliebenenrenten geltend gemacht werden können. Je nach dem Verwandtschaftsgrad gibt es hier verschiedene Freibeträge. Bis zu 500.000 Euro können demnach Lebens-, wie Ehepartner steuerfrei erben. Für jedes Kind gilt hingegen ein Freibetrag von 400.000 Euro. Sollten diese vorher schon verstorben sein, gilt diese Regelung ebenfalls für deren Nachwuchs.

Enkel dagegen deren Eltern noch leben, verfügen über einen Freibetrag von 200.000 Euro, während für die Urenkel oder die eigenen Eltern noch 100.000 Euro frei geltend gemacht werden können. Alle übrigen Erben dagegen besitzen einen Freibetrag bei der Erbschaftssteuer von 20.000 Euro. Damit im Todesfall und somit im Erbfall nicht allzu hohe Steuern anfallen, können Erblasser aber noch zu Lebenszeiten wichtige Entscheidungen treffen.

Wie werden Immobilien bei der Erbschaftssteuer berechnet?

Im Grunde wird der Verkehrswert der vererbten Immobilie für die Erbschaftssteuer verwendet. Eine andere Vorgehensweise kommt hingegen zum Einsatz, wenn die vererbte Immobilie vermietet ist oder aber  wenn diese vom Erben selbst bewohnt wird. So werden vermietete Immobilien zu 90% ihres Verkehrswerts angesetzt. Wobei Kinder, wie Ehepartner die Immobilie auch steuerfrei erwerben können, wenn sie die nächsten zehn Jahre in dieser selbst leben. Bei Kindern gilt diese Regelung aber nur, wenn die Wohnfläche nicht größer als 200 Quadratmeter ist.

Welche Regelungen gelten beim sogenannten Berliner Testament?

Beim sogenannten Berliner Testament setzen sich die Ehepartner stets als alleinige Erben ein. Demnach erben hier erst die Kinder, wenn beide Elternteile verstorben sind. Dies kann allerdings zu steuerlichen Nachteilen führen, denn auf diese Weise kann lediglich der steuerliche Freibetrag des überlebenden Ehepartners genutzt werden. Mögliche Freibeträge der Kinder hingegen können jetzt nicht geltend gemacht werden.

Gibt es Möglichkeiten die Erbschaftssteuer zu umgehen?

Es finden sich einige Möglichkeiten die Erbschaftssteuer zu umgehen. So kann das Erbe, zum Beispiel, zu Lebzeiten durch eine Schenkung überschrieben werden. Durch Nutzung des alle zehn Jahre erneut möglichen Schenkungsfreibetrags verringert sich die Erbschaftssteuer dann. Zumal ebenso eine Adoption oder Heirat des Erben zu höheren steuerlichen Freibeträgen verhilft bzw. es so zu einer geringeren Besteuerung kommen kann.

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