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Die Feuerbestattung und ihre Hintergründe

Der Name Feuerbestattung, kurz oft Bestattung oder auch Einäscherung genannt, ist die Bezeichnung für das Verbrennen einer Leiche. Dies erfolgt hierzulande in einem Krematorium. Die Überreste, also die Asche, werden in einer Urne beigesetzt. Dafür erfolgt eine Zeremonie ähnlich der Beerdigung mit einem Sarg.

Der geschichtliche Hintergrund

Diese Art und Weise des Verbrennens von toten Körpern ist schon seit der Frühgeschichte bekannt. Je nach Kultur wurde die Asche verstreut oder aufbewahrt. Die ersten solchen Gräber wurden in Mitteleuropa schon aus der Zeit von rund 1000 vor Christi gefunden. Erwähnenswert aber ist, dass das Christentum die Feuerbestattungen lange ablehnte. Da man hier an die Auferstehung der Toten glaubt, hat man sich auf die Erdbestattungen konzentriert. Erst Ende des 19. Jahrhunderts, also in relativ junger Vergangenheit, wurden wieder Krematorien eröffnet, das Erste 1878 im thüringischen Gotha. Auch in vielen anderen Glaubensrichtungen gibt es die Feuerbestattung, in anderen wiederum nicht. Im Judentum und Islam ist sie prinzipiell verboten. Im Hinduismus erfolgt die Verbrennung öffentlich.

Die Feuerbestattung in der Gegenwart

Vor allem in Großstätten sind die Feuerbestattungen üblich. Hintergrund dafür sind die meist erheblich niedrigeren Kosten für ein Urnengrab als für eine Erdbestattung. Andere wiederum halten eine Verbrennung für hygienischer und sind deshalb für eine Bestattung. Jährlich wächst hierzulande die Prozentzahl der Feuerbestattungen um etwa ein Prozent. Inzwischen hat sich wegen der hohen Kosten auch in diesem Geschäftszweig eine Art grenzüberschreitendes Geschäft entwickelt. Die Verbrennung lassen viele im Ausland durchführen, weil diese hier wesentlich billiger ist. Auch gibt es im Ausland Bestattungsarten, die hier gänzlich verboten sind. Gesetzlich vorgeschrieben ist in Deutschland eine Genehmigung zur Feuerbestattung, die ein Amtsarzt im Krematorium erteilt. Denn es dürfen keinerlei Zweifel an Identität und Todesursache bestehen, da eine Exhumierung nicht möglich ist. In Deutschland existiert der sogenannte Friedhofszwang, der vorschreibt, dass die Urne mit der Asche auf einem Friedhof beigesetzt werden muss.

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