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Das letzte Hemd ausgezogen

Jedes Jahr sterben ca. 850.000 Menschen in der Bundesrepublik, was zwangsläufig zu einem guten Geschäft für die Bestattungsbranche führt. Doch leider hört man immer wieder von schwarzen Schafen unter den Bestattern. Wie der kürzlich verhandelte Betrugsfall, in dem sich ein Bestatter über einen längeren Zeitraum u.a. die Versicherungsgelder einsteckte, ohne eine Gegenleistung zu erbringen zeigt doch, das in der Bestattungsbranche doch der ein oder andere mit üblen Abzock-Tricks arbeitet.

Häufig hört und liest man, das Bestatter ohne Zustimmung der Hinterbliebenen, eigenmächtig Änderungen am Bestattungsablauf vornehmen, die dem Kunden schließlich teuer zu stehen kommen. Da hört man schon mal, dass der bestellte Sarg bzw. Urne nicht lieferbar war und man somit auf einen teueren zurück greifen musste. Häufig führen und pflegen die Bestatter gute Kontakte zu den örtlichen Krankenhäusern und Altenheimen, so das sie schneller an einen Leichentransport kommen- auch schon mal ohne Zustimmung der Hinterbliebenen. Die Toten- Aufbahrung in den eigenen vier Wänden ist legal- viele Bestatter drängen aber auf eine lange Aufbahrung im eigenen Institut. Von überhöhten Kosten bei einer Feuerbestattung hört man immer wieder- da werden Särge für viele hundert Euro angeboten, obwohl eine Standardausführung für unter 400 €uro völlig ausreichend ist. Es empfiehlt sich immer, ein schriftliches Kostenangebot einzuholen, denn häufig werden die Angehörigen erst nach der Bestattung mit der Rechnung konfrontiert, die durch kleine Extras/ Serviceleistungen schnell mal 1000 € und mehr über dem Basispreis liegen kann. Verbraucherschützer befürworten sogar, sich unterschiedliche Angebote mit konkretem Kostenplan einzuholen.

Das so der Ärger vor programmiert ist, ist den Hinterbliebenen natürlich nicht zu verdenken, denn sie möchten nur den Verstorbenen betrauern und sich nicht mit Kostenvoranschlägen, Friedhofsgebühren oder Sargpreisen beschäftigen. Laut Aussagen von Experten, sind jährlich einige Tausend Hinterbliebene mit dem Bestattungsunternehmen unzufrieden oder fühlten sich gar von ihnen abgezockt. Leider unternimmt kaum einer etwas dagegen. In den meisten Fällen überlassen sich die Trauernden ihrem Schmerz und bezahlen Ihre Rechnung ohne nachzufragen.

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