Bronzeerzeugnisse in der Urnenfelderkultur

Die Metallbearbeitung erreichte in der Urnenfelderkultur einen hohen technischen Stand. Bronzeerzeugnisse wurden zum größten Teil in Gussformen aus Stein und gelegentlich auch aus Bronze gegossen, seltener hingegen wird wohl der arbeits- und zeitaufwendige Guss in verlorener Tonform gewesen sein.

Ein besonderes Charakteristikum der Urnenfelderkultur ist die große Anzahl an Gegenständen aus Bronzeblech. Die Anfertigung von bronzenen Tassen, Schöpfgefäßen, Sieben, Eimern, Helmen und Beinschienen erfolgte dabei durch die Technik des Treibens. Aus mehreren Teilen zusammengesetzte Stücke wurden durch Niete zusammengefügt, andere Objekte auch durch bronzene Klammern oder durch Umbiegen und Ineinandergreifen der Blechränder.

Sowohl aus Grab- als auch aus Depotfunden liegen viele unterschiedliche Typen von Schmuckstücken vor, wie Stirn-, Ohr-, Hals-, Brust-, Arm-, Finger- und Beinschmuck. Außer aus Bronze wurden Schmuckstücke aus Zähnen von Tieren, aus Knochen, Bernstein, Glas und Gold angefertigt. Der Formenreichtum an bronzenen Werkzeugen und Waffen spiegelt sich dagegen nicht so sehr in den Gräbern, sondern besonders in den zahlreichen Depotfunden der Urnenfelderkultur wider. Unter den Werkzeugen sind bronzene Beile und Sicheln am häufigsten. Zur Bewaffnung zählten dagegen Dolche, Schwerter, Lanzen, Speere sowie Pfeilspitzen.

Besonders die Schwerter scheinen neben ihrer praktischen Funktion als Kriegswaffe z. T. auch eine Funktion als Statussymbol erfüllt zu haben. Je nachdem, wie die bronzene Schwertklinge und der Schwertgriff aus organischem Material miteinander verbunden waren, lassen sich Exemplare mit Griffzunge, -platte und -dorn unterscheiden. Um Statussymbole dürfte es sich aber vor allem bei Schwertern mit Griffen aus Bronze gehandelt haben.

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