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Bestattungsritus in der Vergangenheit

Nach der Verbrennung der Toten auf dem Scheiterhaufen, wurden die Knochenreste + Asche anschließend in Grabgruben, in Behältnissen aus Stoff bzw. Holz sowie in tönernen Urnen auf Urnenfeldern beigesetzt. Die Bestattungsriten waren in den verschiedenen Regionen unterschiedlich ausgeprägt. Bei den Bestattungssitten und den Grabformen kommen entsprechend viele Varianten vor:

  • Brandgrubengräber

Bei den Brandgrubengräbern wurde der Scheiterhaufen direkt über der späteren Grabgrube errichtet und seine Reste nach dem Abbrennen an Ort und Stelle mit Erdreich oder Steinen überdeckt.

  • Brandschüttungsgräber

Bei den Brandschüttungsgräbern wurden die aus dem Scheiterhaufen aufgelesenen Knochenreste + die Asche der Toten auf den Boden eines separat vom Scheiterhaufen angelegten Grabes gestreut. Danach hat man auch hier den Leichenbrand mit Erde oder Steinen bedeckt.

  • Urnengräber

Bei den Urnengräbern wurden die Knochenreste in größere Urnen umgeschüttet + die meist fast vollständig verbrannten Beigaben beigelegt. Die Urne wurde meistens mit einer Schale abgedeckt. Oftmals wurde neben die Urne ein vier- bis sechsteiliges Keramikservice gestellt.

  • Glockengräber

Bei den Glockengräbern wurde die Urne mit einem größeren Tongefäß (meist ein großes Vorratsgefäß) überstülpt.

  • Gräber mit Steinschutz

Der Steinschutz spätbronzezeitlicher Gräber kommt in Form von Steinpackungen, Steinunterlagen und Wandsteinen vor. Daneben treten auch vollständig aus Steinplatten konstruierte Steinkistengräber auf, die sowohl Aschestreuungen als auch Urnen- und Körperbestattungen enthalten können.

In einigen Regionen wurden in der Urnenfelderkultur große Gräberfelder mit bis zu 400 Grabstellen angelegt. Westlich des Rheins sind die Gräberfelder bedeutend kleiner, was vielleicht auf andere gesellschaftliche Organisationsformen schließen lässt. In einigen Fällen wurden die Urnen mit Kreisgräben eingefasst oder in Grabhügeln bestattet.

Die Urnenfelderzeit Bayerns kennt einige wenige Gräber einer hochgestellten Oberschicht, der sogenannten „Wagenfahrer“, welche auf dem Scheiterhaufen zusammen mit vierrädrigen Repräsentationswagen verbrannt wurden.

Die Waffenbeigabe im Grab kennzeichnet vermutlich eine Kriegerschicht mit einer führenden gesellschaftlichen Rolle. Schwerter wurden nur wenige in den Gräbern gefunden. Anstatt der Beigabe im Grab kommt es im Lauf der Spätbronzezeit vermehrt zur Deponierung von Waffen usw. in Seen/ Teichen – ein Ritus mit vermutlich kultischem Hintergrund.

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