Bestattungs-Betrüger vor Gericht

Die Versuchung des schnellen Geldes war zu groß.

Seit Mittwoch wird vor dem Aachener Amtsgericht ein Prozess gegen einen betrügerischen Bestatter (48) verhandelt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Bestatter 34 Fälle vor, in denen er die im Voraus bezahlte Bestattungskosten in die eigene Tasche gesteckt und nicht an Steinmetze und Friedhöfe weitergeleitet haben soll. Der Schaden soll sich auf rund 100.000 EURO belaufen.

Bisher schweigt der Bestattungs- Betrüger vor Gericht. Für eine große Tageszeitung gab der Bestatter aber ein Interview und verriet einiger seiner Tricks und Methoden unseriöser Kollegen. „Ich bin sicher, 80 Prozent der Bestatterbranche macht auf krumm.“ Dabei werden die Särge in Polen für 50 – 70 EURO pro Stück bestellt um sie dann an den heimischen Kunden für 1500 EURO weiter zu verkaufen. Bei ihm würde somit eine Bestattung welche um die 4000 EURO kostet, einen Gewinn von fast 3000 EURO gemacht.“

Weitere unseriöse Methoden sind etwa:

„Das Entfernen von Goldzähnen ist strafbar – nicht aber das der Goldfüllungen. Und Die teuren Batterien aus Herzschrittmachern sind ebenso begehrt und lassen sich gut verkaufen.“

„Der Leichnam wird häufig nackt in den Sarg gelegt- die Kosten für Totenhemd und Sargeinlagen aber den Hinterbliebenen in Rechnung gestellt.“

„Vielen Menschen ist die Vorsorge für eine würdevolle Bestattung sehr wichtig – sie vertrauen dem Bestatter und schließen Bestattungsvorsorgeverträge bei diesem ab. Im Todesfall kommt es dann aber vor, das diese das Guthaben nicht an die ahnungslosen Angehörigen auszahlen.“

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