Bestattung in China und Indien

Bis heute sind Bestattungen je nach Kulturkreis sehr unterschiedlich. So halten Moslems und Juden die Feuerbestattung bis heute für unangemessen. Zudem darf bei ihnen kein Grab neu belegt werden, denn dies würde die Totenruhe stören. Schnell zeigt sich, wie unterschiedlich die Ansichten in dieser Hinsicht doch sind. Die Bestattungen sind so verschieden wie die Länder selbst.

Bestattungen in China

In China herrscht auf dem Friedhof genau wie in Deutschland eine würdevolle Atmosphäre. Normalerweise gehören in China Erdbestattungen zur Tradition. Erst seit den 50ern wird die Einäscherung gefördert. In den Großstädten ist es mittlerweile so, dass Urnenbeisetzungen an der Tagesordnung sind. Die Bestattungsarten sind in China dennoch sehr unterschiedlich, was nicht zuletzt an der vielfältigen Kultur des Landes liegt. Die tibetische Nationalität steht beispielsweise für eine himmlische Bestattung. Wer sich die Einäscherung der Stadtbevölkerung etwas näher anschaut, der wird feststellen, dass die Asche unterschiedlich behandelt wird. Oftmals werden die Urnen in speziellen Urnenhallen aufbewahrt. Mittlerweile werden in China aber auch die Seebestattung und die Baumbestattung sehr gern genutzt. Allein in Bejing existieren drei Aschenwälder, welche der Baumbeerdigung dienen.

Bestattungen in Indien

In Indien bestimmt die Religion die Bestattung. Wichtig ist es dabei zu wissen, dass die Seele durch  den Tod die Chance erhält in einem vollkommen anderen Lebewesen wiedergeboren zu werden. Der Hinduismus besitzt jedoch keine allgemeingültigen Regeln für die Bestattung. Grundsätzlich sollte der Sterbende positive Gedanken haben, denn dies beeinflusst die Wiedergeburt. Nach dem Tod wird beim Verstorbenen eine rituelle Reinigung durchgeführt. Er wird gebadet, eingecremt und in neue Kleidung gehüllt. In Indien ist es normal die Toten einer Einäscherung zu unterziehen. Dafür werden die Leichen auf einen Holzstoß  nahe eines Flusses gelegt und die Angehörigen frönen verschiedenen Ritualen. Die Zeremonie dauert bis zu zwei Tage. Erst am dritten Tag wird die Asche im Boden eingegraben oder im Fluss verstreut.

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Weil das Bestattungsrecht den Ländern unterliegt, besteht in Deutschland in jedem Bundesland ein eigenes Bestattungsgesetz. …

1 Kommentar

  1. silver account

    „Im allgemeinen muss man über die afrikanischen Religionen … in der Vergangenheitsform sprechen. Die meisten Afrikaner haben bereitwillig oder unter Zwang den Islam (z. B. in Nord- und Westafrika, im Sudan und in Somalia) oder das Christentum (im größten Teil Zentral- und Südafrikas) angenommen. Nur sehr wenigen Stämmen wie den ihrer kulturellen Tradition besonders bewussten Yoruba in Nigeria ist es gelungen, ihre ursprüngliche Religion mit einem vollständigen Pantheon zu bewahren.“ Allerdings sind diese Hochreligionen vor allem im Bereich der Volksreligion außerhalb der großen Städte oft nur ein dünner Firnis, unter denen sich die alten Religionen teilweise synkretistisch erhalten haben, und bei zurückgezogen lebenden Völkern findet man sie durchaus noch in der Reinform.