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Bestatter werden – Bestatter ein Lehrberuf?

Theoretisch reicht der Gewerbeschein und schon kann das Bestatter Leben beginnen. Dies gilt jedoch nur für die Theorie. Die Praxis sieht ein wenig anders aus. Für Quereinsteiger, die noch keine Berufserfahrung haben, stehen die Chancen schlecht. Es genügt bei Weitem nicht, sich schwarze Kleidung anzuziehen und ein Bestattungsinstitut aufzumachen. Die Tätigkeit, welcher die DIN 77300 „Bestattungsdienstleistungen“ zu Grunde liegt, verlangt nicht nur den einfühlsamen Umgang mit Angehörigen, sondern ebenfalls eine Menge Fachkenntnisse in puncto Urnen und Särge. Des Weiteren sollte ein umfangreiches Wissen zur Grabmachertechnik vorliegen und der Umgang mit Behörden muss geübt sein. Schließlich zählt auch die Organisation von Totenfeiern zum Tätigkeitsbereich eines Bestatters.

Seit Oktober 2003 Lehrberuf

Im Oktober 2003 wurde der Lehrberuf „Bestattungsfachkraft“ ins Leben gerufen. Zuvor existierte dieser nicht, da Angehörige nur selten bereit sind, sich mit zu jungen Personen zu unterhalten. In den meisten Fällen war es so, dass es sich um Familienbetriebe handelte und die Bestatter in diesen Beruf hinein wuchsen. Größere Bestattungsunternehmen suchten sich Mitarbeiter aus den unterschiedlichsten Branchen und bildeten diese berufsbegleitend aus. Im Moment werden beide Varianten genutzt. Die klassische Ausbildung ebenso, wie der Quereinstieg.

Der Lehrfriedhof

In Münnerstadt in der Region Unterfranken befindet sich der europaweit einzige „Lehrfriedhof“. Der „Bundesverband Deutscher Bestatter“ ist in unmittelbarer Nähe angesiedelt und sorgt für die Fortbildungsmaßnahmen der Branche. Werden sechs Module erfolgreich bestanden, so kann sich der Absolvent „geprüfter Bestatter/geprüfte Bestatterin“ nennen. Ein weiterer Sprung auf der Karriereleiter ist seit dem Jahr 1999 möglich. Der Titel entspricht der Meisterstufe bei Handwerkern und nennt sich „Funeral Master“. Grundlegende Voraussetzung für diesen Titel sind unterschiedliche Prüfungen zum Thema Trauerpsychologie, Betriebswirtschaft und „Thanatopraxie“. Dies bezeichnet die hygienische und ästhetische offene Aufbahrung der Toten. Sie gehört zum Handwerk eines jeden Bestatters und muss für den Master-Grad beherrscht werden.

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