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Bestatter mögen kein „grün“

Für den Bestatter gehören die dunklen Farben zum Arbeitsalltag und so ist es kaum verwunderlich, das sich die Branche noch immer gegen die Einführung einer umweltfreundlichen und biologisch abbaubaren Biourne wehrt. Mit einem „grünen“ Gedanken können sich bisher nur weniger Bestatter anfreunden.

Eine Vielzahl der Menschen entscheiden sich für eine Einäscherung nach ihrem Tod, doch nur wenige wissen, dass ihre Asche nach Ablauf der Ruhezeit auf dem Friedhof in Massengräbern entsorgt wird, weil die Überreste noch längst nicht zu Erde geworden ist.

Den 61-jährigen Ingenieur Matthias Malok störte dieser Gedanke schon lange, wie die Chemnitzer Morgenpost berichtet. Weil die Kunststoffurnen, die zu DDR-Zeiten üblich waren, sich überhaupt nicht zersetzen und die heute üblichen Weißblech-Urnen zur Zersetzung viel länger brauchen, als die gesetzliche Ruhezeit andauert, hat er eine Biourne erfunden.

Die biologisch abbaubare Urne, die er schon Mitte der 90er Jahre entwickelt hat, besteht aus Weizenstärke und Holzfasern. Doch seine Idee von der Öko-Urne kommt in der Bestattungsindustrie nicht an – obwohl sein Modell umweltfreundlicher und preiswerter ist. Die wenigen Abnehmer in Süddeutschland reichen nicht aus, um seine Idee zu refinanzieren, deshalb hat Malok sich schweren Herzens dazu entschlossen, die Produktion einzustellen.

Noch nicht aufgegeben hat dagegen die Künstlerin Rita Capitain aus der Nähe von Bad Segeberg, die individuelle Biournen aus verschiedenen Materialien herstellt. Ihr Anliegen ist es, mit den Urnen der Individualität des Verstorbenen gerecht zu werden und gleichzeitig das Vergängliche auch in der Urne selbst umzusetzen.

Ihre eiförmigen Urnen werden aus biologisch abbaubaren Materialien (Baumwolle, Papier, Stärke) gefertigt. Auch Rita Capitain kämpft gegen die Widerstände aus der Bestattungsbranche, aber sie will sich durchsetzen und bei ihrer Idee bleiben.

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4 Kommentare

  1. Matthias Malok

    Sehr geehrte Leser,
    auch wenn ich derzeitig die Produktion der Leipziger FLORALAT Urnen eingestellt habe, werde ich weiter die Markteinführung vorbereiten.
    Matthias Malok

  2. Liebe Leser,
    es gibt auch unter uns Bestattern Außnahmen !
    Wir z.B. bieten sog. Green Burials / Naturbestattungen an und haben eine große Auswahl an Öko-Urnen und Särgen.
    Gruß
    Mark Schneider

  3. Matthias Malok

    Lieber Herr Schneíder,
    würden Sie mit mir Kontakt aufnahmen?

    Viele Grüße Matthias Malok

  4. Manche wollen einfach keine neuen Ideen und immer schön teuer weiter.